Nicht ernst genommen

Jeder zweite CIO will IT verlassen

08. November 2007
Von Alexander Galdy
Fast die Hälfte aller britischen CIOs würde ihren Job hinschmeißen, um den Breich IT zu verlassen und in einen anderen Unternehmensbereich zu wechseln. Das stellte das britische Magazin Computer Business Research bei einer Umfrage unter IT-Chefs fest.

45 Prozent sind es, die ihre IT-Karriere aufgeben würden. Einen Wechsel machen sie aber von einer Voraussetzung abhängig: im neuen Job müssten sie genau soviel verdienen wie bei ihrem alten. Denn dass so viele CIOs wechseln würden, liegt nicht daran, dass sie ihre Arbeit nicht mögen. 85 Prozent gaben an, gern in dieser Branche zu arbeiten.

Man könnte meinen, die wechselwilligen IT-Manager seien einfach auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Es sind aber wohl andere Gründe, warum die Fachleute aus der IT fliehen, wie eine aktuelle Umfrage der Personalberatung Harvey-Nash herausfand. Die meisten CIOs haben ein Problem damit, dass die IT innerhalb der Unternehmen nicht genug Beachtung und Anerkennung findet.

Ernüchterung

Zwar waren 60 Prozent der IT-Chefs der Meinung, dass die Rolle des CIO an strategischer Bedeutung in den jeweiligen Firmen zunehme. Allerdings waren es ein Jahr zuvor noch 15 Prozent mehr, die das so sahen. Es sieht so aus, als ob sich Ernüchterung breit gemacht hat und deshalb so viele wechseln wollen.

Diese Einschätzung passt zu den Antworten der CFOs, die gleichzeitig von Harvey Nash befragt wurden. Jeder zweite von ihnen sieht in der IT lediglich eine Support-Funktion, für die kein Platz im Management-Board sei. Es ist also nicht verwunderlich, dass ein Viertel aller IT-Chefs in eine Position wechseln will, in der sie Einfluss auf die Geschäfts-Strategie nehmen können.