IT-Chefs schützen ihren Betrieb ungenügend

Jeder zweite Entlassene klaut Daten

16. März 2009
Von Nicolas Zeitler
Scheidende Angestellte, die nicht gut auf den Arbeitgeber zu sprechen sind, klauen vor ihrem Weggang besonders oft Daten. Und jeder Vierte CIO lässt Nutzerkonten von Entlassenen nicht sofort sperren. Dabei könnten IT-Chefs stärker gegen Datenklau vorgehen.

Wer Mitarbeiter entlässt, muss damit rechnen, dass auch vertrauliche Informationen das Unternehmen verlassen. 59 Prozent der Angestellten, die in den letzten zwölf Monaten aus Firmen ausgeschieden sind, geben zu, Firmendaten mitgenommen zu haben. Das hat eine Umfrage des US-amerikanischen Ponemon-Institute ergeben. Auftraggeber war der Sicherheitsanbieter Symantec.

Für die Untersuchung "Data Loss Risks During Downsizing" befragten die Wissenschaftler 945 US-Bürger, die innerhalb der letzten zwölf Monate die Stelle wechselten. Alle benutzten zum Arbeiten einen Computer oder Laptop und hatten Zugang zu vertraulichen Daten wie Kundeninformationen oder Kontaktlisten. 37 Prozent von ihnen verließen den bisherigen Arbeitgeber auf dessen Betreiben hin.

44 Prozent halten die Geschäftspraktiken in ihrem früheren Unternehmen für unsauber. Und gerade diese Mitarbeiter scheinen besonders klaufreudig: So gaben 61 Prozent der Befragten mit einer schlechten Meinung von ihrem früheren Brötchengeber an, noch Firmendaten zu besitzen. Von denen, die ihrem Ex-Unternehmen noch gewogen sind, waren es nur 13 Prozent.

Am häufigsten entwenden Datendiebe Mail-Listen (65 Prozent) oder Geschäftsdaten nicht-finanzieller Natur (45 Prozent). Beliebt sind auch Kundendaten, die sich 39 Prozent der Job-Wechsler unter den Nagel gerissen haben. Als Quellen der mitgenommenen Informationen nutzen die Ausscheidenden am häufigsten Mails oder Ausdrucke. Selbst im digitalen Zeitalter überwiegt dabei die Papierform, derer sich sechs von zehn Langfingern bedienen. Etwas mehr als die Hälfte brennt sich die gewünschten Daten auf CD oder DVD, 42 Prozent nutzen USB-Sticks.

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