Retail IT


Rocket Internet

Jetzt kommt das Zalando für Möbel

01. August 2013
Die Start-Up-Schmiede Rocket Internet ist mit Zalando in den Modemarkt vorgestürmt. Die Berliner Unternehmer wollen nun das Prinzip auch im Handel mit Möbeln anwenden.
Das von den Samwer-Brüdern geführte Rocket Internet ist dabei, ein internationales E-Commerce-Imperium aufzubauen.
Das von den Samwer-Brüdern geführte Rocket Internet ist dabei, ein internationales E-Commerce-Imperium aufzubauen.
Foto: Rocket Internet

Das Berliner E-Commerce-Schwergewicht Rocket Internet nimmt verstärkt den nächsten Markt ins Visier: Der Online-Möbelhändler Home24 hat die Marke von 500 000 Kunden erreicht. Man wolle ein "Zalando für Möbel" sein, sagte Co-Geschäftsführer Domenico Cipolla der dpa am Donnerstag.

Home24 wirbt wie der bekannte Mode-Händler aus der Rocket-Startup-Schmiede ebenfalls mit einem kostenlosen Versand und einem Rückgaberecht. Auch ausgepackte und aufgebaute Möbel würden kostenlos abgeholt. "Unsere Rücksendequote liegt unter zehn Prozent", betonte Cippola. Sie dürfte damit deutlich niedriger sein als in anderen Bereichen des Online-Handels.

Die bisherige Entwicklung zeige, dass man durchaus auch große Möbel über das Internet verkaufen könne, sagte Co-Geschäftsführer Felix Jahn. Rund 40 Prozent des Geschäfts machten Polstermöbel und Betten aus. Insgesamt habe Home24 etwa 48 000 Artikel im Angebot. "Davon haben wir bis zu 20 000 mit einer Lieferzeit von bis zu einer Woche verfügbar." Das Durchschnittsalter der Käufer liege bei 44 Jahren.

Das von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer geführte Rocket Internet ist dabei, ein internationales E-Commerce-Imperium aufzubauen. Schwerpunkte neben Europa sind Wachstumsmärkte wie Russland, Asien oder Lateinamerika. "Wir konzentrieren uns in jedem Markt auf die Einzelhandelsbereiche, in denen wir glauben, dass wir in ihnen zur Nummer eins werden können", sagte Oliver Samwer jüngst in einem dpa-Interview. So setzt Rocket auf Mode mit Websites wie Zalando, Zalora in Asien oder Lamoda in Russland, aber auch auch auf Online-Käufhäuser wie Linio in Lateinamerika oder Lazada in Indonesien.

Auch bei Möbeln sieht das Unternehmen große Wachstumschancen. "Der Anteil des Online-Geschäfts am Möbelhandel ist noch verschwindend gering", betonte Cipolla. "Wir glauben fest daran, dass sich im E-Commerce aufgrund der besseren Produktkompetenz immer der spezialisierte Shop durchsetzt." Zuletzt war in dem Markt bereits eine verstärkte Aktivität zu erkennen. So übernahm der amerikanische Online-Händler Fab die Firma Massivkonzept, ein deutsches Start-up für individualisierte Möbel. (dpa/rs)