Was der neue CEO plant

Joe Kaeser will Siemens zum "Hochleistungsteam" formen

31. Juli 2013
Der gebürtige Niederbayer Josef Käser hat sich schon vor Jahren für eine internationale Karriere fit gemacht - und seinen Namen in Joe Kaeser geändert. Das kommt auch Geschäftspartnern im Ausland leichter über die Lippen.

Kaeser hat sein Berufsleben bei Siemens verbracht. Nun steht er an der Spitze. Nach dem Studium der
Betriebswirtschaft begann er seine berufliche Laufbahn 1980 im Unternehmensbereich Bauelemente von Siemens. Es folgten verschiedene Stationen im Konzern, zunächst als kaufmännischer Leiter und später
dann als Vorstand der früheren Siemens-Mobilfunksparte ICM sowie als Leiter der Konzernstrategie noch unter dem früheren Siemens-Chef Heinrich von Pierer.

Im Mai 2006 wurde Kaeser unter Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld Finanzvorstand des Elektrokonzerns und blieb das auch unter seinem Vorgänger Peter Löscher. Auf Joe Kaeser wartet nun viel Arbeit. Der neue Siemens-Chef muss Ruhe in den Konzern bringen. Nach Peter Löscher setzt der Aufsichtsrat dafür wieder auf eine interne Lösung: Der gewiefte Manager gilt nicht nur als analytischer Denker und Stratege, sondern auch als hervorragender Kenner des weit verzweigten Konzerns, der durch Konjunkturflaute, Gewinnwarnungen und Projekt-Pannen in letzter Zeit in raue See geraten war.

Viele trauten Kaeser schon in den vergangenen Monaten mehr zu als dem gestürzten Löscher. Manche sagen, auch Kaeser selbst habe das so gesehen. Zumindest ließ Kaeser häufiger durchschimmern, dass er Zweifel an Löschers Kurs hatte. "Wir haben uns zuletzt aber zu viel mit uns selbst beschäftigt und etwas die Ertragsdynamik gegenüber dem Wettbewerb verloren", sagte Kaeser nach seiner Berufung. Er wolle Siemens in ruhigeres Fahrwasser führen und zu einem Hochleistungsteam formen: "Denn als Team sind wir nur schwer zu schlagen." (dpa/rs)

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