Studie

Junge Deutsche scheuen Selbstständigkeit

17. November 2014
Zum Unternehmer geboren? Mitnichten. Junge Deutsche glauben einer Studie zufolge, dass man lernen kann, ein Unternehmen zu führen. Einen eigenen Betrieb gründen wollen viele trotzdem nicht.

Die meisten Deutschen sind einer Umfrage zufolge der Ansicht, dass man Unternehmertum lernen kann. Trotzdem können sich in kaum einem Land weniger junge Menschen vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marketingunternehmens Amway in Puchheim bei München. Demnach ist nur jeder dritte Deutsche zwischen 14 und 34 Jahren bereit, sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen. Im EU-Durchschnitt sind es fast die Hälfte der jungen Menschen.

"Die Deutschen sind eher risikoscheu und deshalb weniger bereit, sich in die Selbstständigkeit zu wagen", sagte Studienleiterin Julia Lutter-Müller. Dabei glauben nur rund 20 Prozent der Befragten, dass man zum Unternehmer geboren wird. Eine positive Grundeinstellung zur Selbstständigkeit sei gerade bei den jungen Deutschen häufig vorhanden, wie auch die Studie zeige, erklärte Lutter-Müller. "Die müssen wir aktivieren und die jungen Leute besser auf die Selbstständigkeit vorbereiten - zum Beispiel mit speziellen Existenzgründerprogrammen." Genau solche Programme von gemeinnützigen Organisationen oder Regierungen halten die Befragten für besonders wichtig.

Nur jeder vierte glaubt dagegen, dass unternehmerische Ausbildung vor allem an den Universitäten stattfinden sollte. "Wir dürfen nicht nur von Hochschulförderung sprechen - es gibt auch viele Nicht-Akademiker, die sich für Selbstständigkeit interessieren", sagte Lutter-Müller. Für die Studie hat Amway insgesamt rund 44 000 Menschen in 38 Ländern befragt. (dpa/rs)

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