Security-Risiken im Unternehmen

Junge Mitarbeiter, unsicheres Firmennetzwerk?

27. April 2015
Von  und Matt Hamblen (Computerworld)
Dietmar Müller ist freier Journalist in München und arbeitet für Computerwoche und Channelpartner.
Laut einer neuen Studie zum Thema IT-Sicherheit in Unternehmen verursachen vor allem junge, gut bezahlte Männer mit Smartphones Security-Probleme.

Die größte Gefahr für die mobile Infrastruktur in Unternehmen geht von Mitarbeitern aus, die nicht älter als 35 Jahre sind und mehr als 55.000 Euro (circa 60.000 Dollar) verdienen. Das ist eine der Erkenntnisse aus einer Studie im Auftrag von Aruba Networks, für die 11.500 Angestellte in 23 Ländern befragt wurden.

Diese und andere Ergebnisse werden "für Gänsehaut in IT-Abteilungen" sorgen, so Ben Gibson, Chief Marketing Officer von Aruba, in einem Interview. Insbesondere die Tatsache, dass 60 Prozent aller Mitarbeiter unter 35 Jahren (von Aruba die "GenMobile" genannt) nur zu bereitwillig ihre Arbeit und ihre SmartphonesSmartphones mit anderen teilen. Und nur ein Fünftel von ihnen hat ein Passwort für ihr Gerät eingerichtet. Der Rest erklärte offenherzig, dass Passwörter nur beim Tausch von Daten und Geräten stören. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Junge Mitarbeiter erfordern laut einer neuen Studie ein höheres Security-Level in Unternehmen.
Junge Mitarbeiter erfordern laut einer neuen Studie ein höheres Security-Level in Unternehmen.
Foto: Olivier Le Moal_shutterstock.com

BYOD vs. Security

Darüber hinaus berichteten 56 Prozent aller Befragten unter 35 Jahre, dass Sie Vorgaben von Vorgesetzten ignorieren, wenn ihnen das die Arbeit mit dem Smartphone erleichtern würde. Dabei gehen 87 Prozent davon aus, dass die IT-Abteilung sie "beschützt". Gleichzeitig erklärten 31 Prozent, dass es durch einen Missbrauch ihres Geräts bereits zu Datenverlusten gekommen ist. Solches Verhalten sei "mit einer wilden Autofahrt mit vielen Schlenkern und scharfen Kurven zu vergleichen... aber ohne Sicherheitsgurt", so Aruba.

Weitere Studienergebnisse: Zwischen 25 und 35 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, Daten zu verlieren. Ab 55 stehen die Chancen dafür nur noch halb so "gut". Mitarbeiter mit einem Jahresgehalt von über 60.000 Dollar haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, Finanzdaten zu verlieren, wie ihre weniger verdienenden Kollegen. Besserverdiener geben auch dreimal so häufig Passwörter weiter als Geringverdiener. Männer haben ein 20 Prozent höheres Risiko als Frauen.

Junge Mitarbeiter und der Spagat der Unternehmen

Aruba bezeichnet die Ergebnisse als Weckruf für alle Unternehmen, die den Spagat meistern müssen, einerseits den Impetus der Jugend mit ihrem Internet und all den Smartphones für sich gewinnbringend einzusetzen, andererseits aber sehr genau auf ihre Daten zu achten. Weil nun aber immer mehr junge Mitarbeiter in zentrale Bereiche der Firmen vorstoßen, sollten Firmen lernen, "wie man Moral und Produktivität hoch und gleichzeitig die Sicherheit aufrecht hält."

Aruba, das gerade von Hewlett-Packard übernommen wird, sieht sich selbst nicht als eine traditionelle Netzwerkfirma, so Gibson. Man habe vielmehr ein Werkzeug zum Erstellen eines Security Risk Index im Angebot, mit dem Unternehmen ihr eigenes Sicherheitsrisiko in Vergleich zu dem der Wettbewerber senken können. Außerdem verkauft Aruba ClearPass Policy Management-Tools, nutzt aber auch Software von anderen Anbietern, so Gibson.