"Die Gewissheit, etwas zu leisten"

Karriere im Mittelstand

31. März 2008
Von Helene Endres
Bei ihrer Karriereplanung denken die meisten Manager an große Konzerne mit großen Namen. Wie spannend es sein kann, im familiengeführten Mittelstand Verantwortung zu tragen, erläutert Christian Korte im Interview. Seit zwei Jahren ist er Mitglied der Unternehmensleitung bei Peek & Cloppenburg - und hat diesen Schritt nie bereut.

Herr Korte, was bietet Ihnen P&C, was Ihnen Konzerne nicht bieten könnten?

Zum einen ist das unternehmerischer Freiraum. Ich habe bei P&C noch stärker als in bisherigen Positionen die Möglichkeit, persönlich an einer Erfolgsgeschichte mitzuwirken. Eine von diversen Stabsabteilungen intensiv begleitete Arbeit des Vorstands kennen wir bei P&C in dieser Form nicht. Führungskräfte sind selbst viel unmittelbarer in der Verantwortung und benötigen deshalb eine besondere Detailkenntnis der meisten Vorgänge.

Leidet darunter nicht die Geschwindigkeit oder Qualität von Entscheidungen?

Nein - so ist zumindest meine Erfahrung nach zwei Jahren hier. Unabhängig von mir sehe ich jedoch, wie schnell Karrierewege für Topperformer aufgrund der flachen Hierarchien und dem Gestaltungsspielraum hier verlaufen können. Dies ist in Konzernen so sicherlich nicht möglich.

Muss man ein bestimmter Typ von Manager sein, um im Mittelstand glücklich zu werden?

Dieses Interview erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de.
Dieses Interview erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de.
Foto: manager-magazin.de

Erfolgreiche Manager sollten hier keinen Unterschied zu Konzernen sehen: Unternehmerisches Selbstverständnis ist für Manager in Konzernstrukturen ebenso wünschenswert wie in mittelständischen Unternehmen. Im Mittelstand wird es nur in einem höheren Maße eingefordert, das kann hier niemand durch Status und geschliffenes Auftreten kompensieren.

Was für Mittelstandsvorurteile hatten Sie im Kopf - und was ist aus denen geworden?

Vor meinem ersten Kontakt mit P&C hatte ich vermutet, dass die Dichte der sehr guten Leute auf Top-Positionen in Konzernen höher sei als in mittelständischen Unternehmen. Tatsächlich ist es hier wie dort gleichermaßen: Die Qualität des Managements ist abhängig von guter Unternehmensführung und -kultur, nicht von einer spezifischen Unternehmens- oder Rechtsform. Das habe ich hier gelernt.

Wie merken Sie im täglichen Arbeitsleben, dass Sie jetzt in einem Familienunternehmen arbeiten?

Das Verantwortungsbewusstsein bei P&C ist sehr ausgeprägt und überall spürbar. Zwar kannte ich auch bei Bertelsmann in Gütersloh viele angestellte Manager, für die ihre Macht "nur" geliehen war. Und weil sie das so reflektierten, verhielten sie sich in meiner Wahrnehmung so verantwortungsvoll, als ginge es bei ihren Entscheidungen stets um ihr eigenes Unternehmen. Aber in einem Unternehmen wie P&C, in dem auch Familienmitglieder am operativen Management teilnehmen, erleben Sie dies natürlich viel alltäglicher und konsequenter.

Wie eng arbeiten Sie mit dem Eigentümer, Herrn Cloppenburg, zusammen?

Sehr eng. Er ist schließlich der Vorsitzende der Unternehmensleitung.

Wie viel bekommen Sie von der Fehde der beiden P&Cs mit?

Nichts.

Und was motiviert Sie an einem Montagmorgen?

Die Gewissheit, dass ich einen konkreten, persönlichen Beitrag leisten kann.