Communities

Karriere-Knick durch Social Networks

09. September 2010
Matthias ist das neueste Mitglied der COMPUTERWOCHE-Redaktion und schwerpunktmäßig der Print-Ausgabe zugeordnet. Dort verantwortet der studierte Journalist die News im Ressort Produkte & Praxis. Weiter schreibt er querbeet über Software, mobile Lösungen, Endgeräte, Strategien und was sonst noch die IT-Welt bewegt.
Facebook, Xing, LinkedIn, StudiVZ, MySpace - alles nützliche Community-Seiten, sei es nun zum Zeitvertreib oder zum Knüpfen von Business-Kontakten. Erschreckend ist jedoch, wie viele pikante Details die User zur Schau stellen. Damit gefährden sie aber nicht nur ihren Ruf, sondern auch möglicherweise die Karriere.
Das sieht der Chef bestimmt nicht gerne.
Das sieht der Chef bestimmt nicht gerne.

Ab und zu ist der Frust über den Arbeitgeber, Kollegen oder Kunden scheinbar übermächtig - so sehr, dass er unbedingt raus muss. Im privaten Rahmen ist ein derartiges Ventil sicherlich wichtig für die seelische Hygiene, aber man sollte sich hüten, allzu öffentlich abzulästern.

Das mussten beispielsweise neun Lehrlinge aus dem Spreewald schmerzhaft erfahren. Sie hatten auf der Community-Plattform StudiVZ ein privates Lästerforum gegründet, um ihrem Ärger Luft machen zu können. Natürlich durfte niemand etwas davon erfahren, was im Forum vor sich ging - vor allem der Chef nicht. Doch es kam anders.

Was wohl ein potenzieller Arbeitgeber zu dieser Gruppe meint?
Was wohl ein potenzieller Arbeitgeber zu dieser Gruppe meint?

Im Dezember 2007 trat im Wellness-Bereich unerklärlicherweise Reizgas aus, so dass mehrere Gäste ärztlich behandelt werden mussten. Der Hotelbesitzer schaltete sofort die Polizei ein. Bei den Ermittlungen fiel auf, dass neun Angestellte eine Gemeinsamkeit aufwiesen: Alle waren Mitglied bei StudiVZ und dort in einer Gruppe namens "Der Storch muss hängen" - eine Anspielung auf das Tier im Wappen des Hotels.

Doch was in der Gruppe diskutiert wurde, konnte die Polizei erst im Februar ermitteln, als StudiVZ seine AGB änderte und sich ab sofort bereit erklärte, Behörden jedes Detail von verdächtigen Nutzern zu verraten. Was die Polizisten in der Gruppe fanden, wunderte sie nicht. Dort schimpften die neun jungen Hotellehrlinge munter über schäbige Arbeitsbedingungen, miese Bezahlung und Schikanen des Chefs. Außerdem wurde über den Reizgasvorfall gewitzelt. Als der Hotelbesitzer davon erfuhr, war für ihn Schluss. Er vermutete einen direkten Zusammenhang zwischen der Internetgruppe und dem Reizgasvorfall. Er kündigte allen neun Lehrlingen fristlos.

Doch ganz so extrem muss es gar nicht zugehen, damit Äußerungen im Internet der KarriereKarriere eines Nutzers schaden können. Oft erfährt er nicht einmal, dass er über einen Fauxpas gestolpert ist. Er kann es höchstens erahnen, wenn sich Absagen auf Bewerbungen plötzlich häufen. Alles zu Karriere auf CIO.de

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