Wie Gates und Zuckerberg

Karriere-Tipps für Introvertierte

29. Mai 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Ratschläge für leise Menschen von der Buchautorin Sylvia Löhken für die Karriere, Bewerbungen, Verhalten in Meetings und Mitarbeiterführung für leise Menschen.

CIO.de: Frau Löhken, Sie haben ein Buch über leise Menschen geschrieben. Was genau verstehen Sie unter einem leisen Menschen?

Buchautorin Sylvia Löhken: “Introvertierte sind die besseren Chefs, wenn ihr Team aus proaktiven Mitarbeitern besteht.“
Buchautorin Sylvia Löhken: “Introvertierte sind die besseren Chefs, wenn ihr Team aus proaktiven Mitarbeitern besteht.“
Foto: Sylvia Löhken

Sylvia Löhken: Es ist eine Umschreibung für eine introvertierte Person. Fast die Hälfte aller Menschen ist leise. Hätte ich bereits im Titel von Introvertierten gesprochen, wäre das sicher bei einigen falsch angekommen, denn bei diesem Begriff schwingt häufig etwas Negatives mit. Das geht weit zurück. Schon Freud hat Extrovertierte fälschlicherweise als lebenstüchtiger bezeichnet.

CIO.de: Introvertierte kämpfen häufig mit dem Vorwurf, sie seien zu schüchtern. Ist das berechtigt?

Sylvia Löhken: Introvertiert bedeutet zunächst einmal "von innen heraus". Leise Menschen denken viel und gern über Dinge nach, das macht sie aber nicht automatisch zu schüchternen Menschen. Schüchtern bedeutet, dass man Angst vor sozialen Kontakten hat. Tatsächlich sollen 20 bis 30 Prozent der Extrovertierten schüchtern sein, fast jeder dritte Extrovertierte gehört zur Gruppe der Hochsensiblen. Auch die Hochsensibilität ist eine Eigenschaft, die in der öffentlichen Meinung häufig Introvertierten zugerechnet wird.

CIO.de: Kann man sich denn als leiser Mensch treu bleiben und trotzdem Karriere machen?

Sylvia Löhken: Absolut. Es geht hier auf keinen Fall um die Frage, wie man KarriereKarriere machen kann, obwohl man introvertiert ist. Wenn leise Menschen ihre Stärken gezielt einsetzen, können sie sehr erfolgreich sein. Barack Obama und Angela Merkel sind Beispiele für leise Politiker. Im Technologiebereich stehen leise Menschen wie Bill Gates und Mark Zuckerberg ganz oben. Alles zu Karriere auf CIO.de

CIO.de: Gibt es empirische Belege für den Erfolg leiser Chefs?

Sylvia Löhken: Drei US-Forscher haben im vergangenen Jahr Studienergebnisse veröffentlicht. Demnach sind Introvertierte die besseren Chefs, wenn ihr Team aus proaktiven Mitarbeitern besteht. Denn gerade eigenständige, selbstverantwortliche Mitarbeiter sind von bestimmten typischen Eigenschaften extrovertierter Chefs schnell frustriert. Bei Introvertierten finden sie eher Gestaltungsspielraum und fühlen sich wahrgenommen.

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