Lob dem Pessimismus

Karrierekiller positives Denken

01. April 2010
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Wer ausschließlich positiv denkt, kann sich Karrierechancen verbauen. Wem es jedoch gelingt, negative Emotionen richtig zu kanalisieren, erschließt sich neue berufliche Perspektiven.

Menschen mit klaren Zielen und Plänen sowie einer positiven Einstellung haben gute Chancen, ihre Karriere zu beflügeln und einen neuen Job zu finden. Personen, die bei der Suche nach Arbeit dagegen planlos und ohne Optimismus vorgehen, tun sich schwer eine neue Stelle zu finden oder den nächsten Karrieresprung zu verwirklichen.

Das fand eine im Jahr 2009 von der Universität Missouri durchgeführte Studie heraus, für die mehr als 320 Personen befragt wurden, die auf der Suche nach einer neuen Stelle sind.

Manager wollen keine Stinkstiefel

Das Ergebnis ist keineswegs überraschend, denn Personalmanager stellen lieber einen optimistisch gestimmten Mitarbeiter ein, statt eines Stinkstiefels. Ebenso wie im Leben gilt auch in Unternehmen die anthropologische Weisheit: Personen mit positiver Ausstrahlung ziehen andere Menschen mehr an als solche mit negativer Ausstrahlung.

Allerdings fragt sich Meridith Levinson von CIO.com, ob positives Denken die Karrierepläne nicht auch massiv behindern kann. Ihre These: Bei Arbeitnehmern, die in sich aktuell mit ihrer Karriere in einer Sachgasse befinden, kann zuviel positives Denken persönliche Ambitionen töten und zur Selbstzufriedenheit führen. Dadurch bleiben sie Gefangene ihrer verfahrenen Situation.