Die Hälfte der Belegschaft wird ausgelagert

KarstadtQuelle trennt sich von Itellium-Teilen

02. September 2004
Von Thomas Zeller
Die Konsolidierung bei IT-Dienstleistern geht weiter. Die Karstadtquelle AG hat Teile ihrer IT-Tochter Itellium an den Stuttgarter IT-Dienstleister Atos Origin verkauft. Das teilten beide Unternehmen mit. Von der Transaktion sind 900 Mitarbeiter betroffen. Über finanzielle Einzelheiten des Geschäfts wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Vertrag umfasst den Bereich Infrastruktur mit den Sparten Rechenzentren und Netzbetrieb, den Endgeräte-Support sowie Teile der Anwendungsbetreuung. An Atos gehen somit die beiden Rechenzentren in Essen und Nürnberg. Der IT-Dienstleister übernimmt den Betrieb der zwei Einrichtungen zum 1. Oktober 2004.

KarstadtQuelle trennt sich von Teilen seiner IT-Tocher Itellium.
KarstadtQuelle trennt sich von Teilen seiner IT-Tocher Itellium.

KarstadtQuelle sucht bereits seit Anfang des Jahres nach einem Partner für seine Tochter. Zunächst favorisierte der Konzern eine Joint-Venture-Lösung für Itellium. Doch der Plan ging nicht auf, daraus geworden ist ein klassisches Outsourcing-Geschäft.

Im Zuge der Auslagerung werden rund 900 Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln. Bisher hatte die IT-Tochter rund 1850 Angestellte. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 337 Millionen Euro erzielt. KarstadtQuelle will sich mit dem Verkauf weiter auf ihr Kerngeschäft fokussieren.

Die Itellium Systems & Services GmbH wird als handelsorientiertes Beratungs- und Systemintegrationshaus bestehen bleiben. Innerhalb des KarstadtQuelle-Konzern soll sie die Prozesse verbessern. Itellium war im Jahr 2000 aus den IT-Abteilungen der fusionierten Unternehmen Karstadt, Quelle und Neckermann hervorgegangen. Die Firma betreibt Rechenzentren in Essen, Frankfurt und Nürnberg. 

Damit setzt sich die KonsolidierungKonsolidierung unter IT-Dienstleistern fort. Das liegt vor allem daran, dass die starke Wachstumsphase aus den 90er Jahren im Markt für IT-Services zu Ende ist. Die Analysten von Forrester erwarten bis 2008 in diesem Segment in Deutschland nur noch ein Wachstum von sieben Prozent. Damit sind bei den IT-Töchtern der großen Konzern Umsatz und Profitabilität gefährdet. Als Konsequenz erwägen viele Muttergesellschaften, ihre IT-Töchter zu verkaufen. Alles zu Konsolidierung auf CIO.de

Der Startschuss zu dieser Entwicklung fiel bereits durch den Verkauf von Triaton an HPHP. Weitere Übernahmekandidaten sind nach Meinung von Marktforschern die WestLB Systems sowie die VW-Tochter Gedas. Von der Konsoliderung profitieren vor allem deutsche Branchengrößen wie T-Systems und Siemens Business Services (SBS). Deutlich im Kommen sind jedoch auch europäische Schwergewichte wie Capgemini und Atos Origin. Alles zu HP auf CIO.de

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