IT-Manager unter Druck

Keine Kompromisse bei der IT-Architektur

08. April 2010
Rüdiger Spies widmet sich als Ind. VP Software Markets beim Analystenhaus PAC überwiegend dem Themenbereichen Enterprise Applications und zugehörige Infrastrukturen. Dazu gehören erweiterte ERP-Systeme (CRM, SCM), Business Analytics (Big Data), Cloud-Technologien, Mobile Technologien und IT-Architekturen. Vor seiner Tätigkeit bei PAC konnte er über 30 Jahre Erfahrung bei anderen Analystenunternehmen (META Group/heute Gartner, Experton, IDC) und Industrieunternehmen (IBM, Informix, GEI-Rechnersystem/heute T-Systems) sammeln. Spies wurde zwei Mal zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten in der deutschen IT-Szene gewählt und ist als Keynote-Speaker und aus den Medien (z.B. ntv) bekannt. Darüber hinaus ist Rüdiger Spies als Patentanwalt bei LifeTech IP tätig.
Der CFO fordert Kostensenkungen, der CEO mehr Leistung und die Fachbereiche drohen mit SaaS. Viele CIOs kennen noch keine Lösung, dem Dilemma zu entkommen. Eine richtig gesponnene IT-Architektur macht alle glücklich, meint IDC-Analyst Rüdiger Spies. Allerdings müssen sich IT-Chefs dabei auch gut vermarkten.
Rüdiger Spies ist Independent Vice President, Enterprise Applications bei IDC in München.
Rüdiger Spies ist Independent Vice President, Enterprise Applications bei IDC in München.

Die letzten Quartale der wirtschaftlichen Turbulenzen haben eine gewisse Dissonanz zwischen den CIOs, den CEOs und den CFOs erkennen lassen. Während einerseits die CFOs in Richtung Kostensenkung gedrückt und dabei auch geringere Service-Levels in Kauf genommen haben, erwarten auf der anderen Seite die CEOs von den CIOs einen erhöhten Beitrag zur Unternehmensleistung. In diesem Spannungsfeld bewegen sich derzeit sehr viele CIOs ohne einen wirklichen Lösungsansatz des Dilemmas erkennen zu lassen.

Gerade sind SOA-Initiativen zu Ende gegangen, die nicht immer den versprochenen Erfolg für die Fachabteilungen gebracht haben. Das lag sicher auch daran, dass sie als Einmalprojekt gestartet wurden und nicht wirklich die Architekturperspektive im Vordergrund stand. Diese ist aber für eine langfristige, erfolgreiche SOA-Strategie unerlässlich. Denn im Moment ist keine wirkliche Alternative für eine SOA-Strategie erkennbar.

Alle Hersteller nutzen inzwischen standardbasierende Web-Service-Interfaces als Grundlage für ihre eigenen Produkte und schaffen somit die Voraussausetzungen für eine einfachere Integrierbarkeit ihrer Produkte in eine wirklich Service-orientierte Architektur.

Die von IDC erwarteten Ausgaben der Anwenderunternehmen belegen außerdem klar, dass SOA alles andere als ein vorübergehender Trend ist: So werden die Ausgaben für SOA-basierte Produkte weiterhin mit einem durchschnittlichen, jährlichen Wachstum von 24% (Durchschnitt zwischen 2008 und 2013) steigen. In realen Ausgaben bedeutet das eine Steigerung von knapp 2 Mrd. Dollar (2008) auf über 5,5 Mrd Dollar (2013).

Zur Startseite