Markentreue bei Smartphones

Keine Lust, Apps zwei Mal zu kaufen

30. Dezember 2011
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Deutsche Smartphone-Nutzer sind laut GfK besonders markentreu. Wichtiger Grund: Beim Wechsel der Plattform müssten sie Musik und Apps ja ins neue OS übertragen.

Haben deutsche Smartphone-Nutzer sich einmal für eine Marke entschieden, dann scheuen sie oft den Wechsel. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie des Marktforschungsunternehmens GfK. Die Untersuchung zeigt klare Unterschiede zwischen den Verbrauchern, die in den fünf größten westeuropäischen Ländern sowie Brasilien, China, Japan und den USA befragt wurden.

Jeder vierte deutsche Smartphone-Nutzer scheut den Wechsel des Smartphone-Modells, weil dann die persönlichen Einstellungen neu eingerichtet werden müssen.
Jeder vierte deutsche Smartphone-Nutzer scheut den Wechsel des Smartphone-Modells, weil dann die persönlichen Einstellungen neu eingerichtet werden müssen.
Foto: Apple

Das wichtigste Argument gegen einen Plattformwechsel ist für deutsche Smartphone-Nutzer die Markenbindung. Insgesamt 35 Prozent der Befragten geben an, dass sie andere Smartphones einfach nicht mögen. Im internationalen Durchschnitt gaben nur 18 Prozent der Befragten diese Antwort. Etwas über ein Viertel der deutschen Smartphone-Besitzer möchte nicht wechseln, weil sie ihre individuell am Smartphone vorgenommenen Einstellungen nicht verlieren möchten, zum Beispiel eingerichtete Mail-Accounts.

Je mehr Apps, desto treuer

In Deutschland empfinden es zehn Prozent der Befragten als schwierig, sich auf ein neues Smartphone umzustellen, also zwischen iPhoneiPhone, AndroidAndroid, BlackberryBlackberry oder Windows PhoneWindows Phone zu wechseln. Damit sind das ähnlich viele Befragte, die einen Wechsel der Hausbank (elf Prozent) oder des Versicherungsanbieters (zwölf Prozent) als schwierig empfinden. Ein knappes Drittel der deutschen Smartphone-Nutzer begründet die Umstellungsschwierigkeiten mit der Tatsache, dass sie dann ihre Daten wie Filme, Musik, Bücher und die genutzten Apps auf das neue Betriebssystem übertragen müssten. Im internationalen Vergleich haben 28 Prozent der Befragten diese Bedenken. Alles zu Android auf CIO.de Alles zu Blackberry auf CIO.de Alles zu iPhone auf CIO.de Alles zu Windows Phone auf CIO.de

Die GfK-Marktforscher fanden heraus, dass die Treue zur Smartphone-Marke mit der Zahl der genutzten Apps steigt. Ab einer Zahl von sieben oder mehr genutzten Apps erreicht die Loyalität zum Smartphone international einen Wert von rund 70 Prozent. In Deutschland verwenden 45 Prozent der Smartphone-Nutzer mindestens sieben Applikationen auf ihrem mobilen Gerät. Bei der Art der genutzten Applikationen fällt auf, dass deutsche Smartphone-Nutzer gegenüber dem Durchschnitt aller Länder seltener Videos ansehen, weniger häufig Bücher oder Zeitschriften auf ihrem Smartphone lesen und auch bei Spielen zurückhaltender sind. Überdurchschnittlich stark werden in Deutschland Organisations-Apps wie Kalender genutzt.

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