Generation Y

"Keine Lust auf Routinearbeit"

18. Januar 2016
Susanne Köppler ist freie Autorin in München.
Eine offen kritische Haltung gegenüber bestehender Konventionen und das ständige Hinterfragen von Aufgaben zeichnen die Generation Y im Arbeitsleben aus. Feedbackgespräche sind eine gute Möglichkeit, die Balance zwischen Freiraum und festen Regeln klarzustellen.

Die Hamburger Management- und Karriereberaterin Katja Loose begleitet kleine und mittelständische Unternehmen beim Auf- und Ausbau ihres Talentmanagements. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Generation YGeneration Y. Wie man als Führungskraft das Potenzial der 20- bis 35-jährigen Mitarbeiter optimal nutzen kann und auf welche Eigenheiten man sich gefasst machen sollte, erklärt Loose im Gespräch. Alles zu Generation Y auf CIO.de

CIO.de: Was unterscheidet die Generation Y am meisten von den vorhergehenden Mitarbeiter-Generationen?

Katja Loose, Management- und Karriereberaterin, empfiehlt im Umgang mit der Generation Y vermehrt auf Feedbackgespräche zu setzen.
Katja Loose, Management- und Karriereberaterin, empfiehlt im Umgang mit der Generation Y vermehrt auf Feedbackgespräche zu setzen.
Foto: Katja Loose - Excellence in Talents

Katja Loose: Ein starkes und prägendes Unterscheidungsmerkmal besteht in dem Einfluss durch die neuen Medien. Die moderne Technologien und Medien verändern und bestimmen Leben und Arbeit maßgeblich. Das wirkt sich z.B. auf die Sprache aus, aber eben auch darauf, dass alles unpersönlicher und damit häufig unverbindlicher wird. Dieser Aspekt ist entscheidend und führt z.B. dazu, dass die Generation Y eine andere Vorstellung von Arbeit hat. Man muss nicht mehr vor Ort sein, um gestellte Aufgaben gut bewältigen zu können. Und auch die zeitliche Gestaltung der Arbeit kann flexibler erfolgen. Die Informationsbeschaffung und Kommunikation verlaufen völlig anders.

Der zweite wichtige Aspekt ist der, dass der Erziehungsstil und der Unterrichtsstil, sich gewandelt haben.. In der Schule wird offener gelehrt als früher; es gibt mehr Projektarbeiten. Allgemein herrscht ein anderer Unterrichtsstil und meines Erachtens hat sich auch der Erziehungsstil verändert. Es geht mehr um einen partizipativen Erziehungsstil, um Einbeziehung der Kinder und um gemeinschaftliche Absprachen in der Familie. Der Begriff des "helicopter parenting" erklärt dies meines Erachtens recht gut. Diese Prägungen der Generation Y wirken natürlich auf die Einstellung und das Verhalten der Generation Y.

Daneben ist der dritte starke Einfluss der, dass die Wahlmöglichkeiten der Generation Y immer größer werden. In einer Welt voller Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten - häufig verbunden mit Rückgabegarantie - fällt die Orientierung schwer. Wir haben heute 17.000 Studiengänge an über 400 Hochschulen und es gibt mehr als 370 Ausbildungsberufe. Von daher spricht man auch ein Stück weit von der "Generation unentschlossen", die so viele Möglichkeiten hat, dass daraus ein Perfektionierungsanspruch entsteht und auch das Gefühl leicht aufkommt, dass es schwer ist, die richtige Entscheidung zu treffen.

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