ECM-Markt

Keine Ordnung in Sicht

Selbst wenn Anbieter mit weitreichenden Suiten werben, rät Zöller zur Vorsicht. Meistens seien die Funktionen der gekauften Anbieter noch nicht in eine große Lösung integriert. Der Branchenwitz lautet deshalb: Auf welcher Plattform läuft die Suite? Auf einer Powerpoint-Präsentation. Auch Zöller hält viele Suiten noch in der Phase der "Broschürenintegration": "Es dauert teils Jahre, bis Systeme von gekauften Unternehmen in eine Basis-Architektur integriert sind."

Neue Modekürzel verwirren nur

Unterdessen adressieren große Anbieter Mittelständler mit billigeren abgespeckten Versionen. Gartner prägte dafür den Begriff ECM-Lite: Einstiegslösungen mit wenigen Standardfunktionen wie einfaches E-Mail-Management und Posteingang. Zwar gibt es solche Angebote schon länger, doch das neue Kürzel ECM-Lite soll das Geschäft beleben. Allerdings bewirken die ständig neu kreierten Kürzel auch das Gegenteil.

In dem Kürzel-Wust sieht Analyst Böhn sogar ein echtes Investitionshemmnis. Anwender seien zum Teil irritiert, ob sie ECM, CMS (Content-Management), nur Web CM oder DMS (Dokumenten-Management-System) brauchen. Selbst das Sammelkürzel ECM ist nicht unumstritten: Für einige drückt das E für Enterprise besser aus, worum es geht. Kritiker halten ECM dagegen nur für das nächste Modewort. Dagegen sei DMS ein gut eingeführter Begriff. Nur wirkt ECM besser, wie Böhn weiß. "Wenn die Anbieter mit DMS zum Kunden gehen, dürfen sie oft nur mit Technikern reden. Doch mit dem Kürzel ECM bekommen sie auch Manager als Gesprächspartner."

Anbieter versuchen auch über Business Process ManagementBusiness Process Management (BPM) bei Anwendern Fuß zu fassen. Denn zu Prozessen gehört es, viele verschiedene Dokumente im Unternehmen zu integrieren. "Viele haben gemerkt, dass bei BPM noch eine Menge Effizienzprobleme begraben liegen", erklärt Kampffmeyer. Alles zu Business Process Management auf CIO.de

Neueren Datums ist das Kürzel ECI (Enterprise Content Integration). Doch auch hier füllen Anbieter und Analysten alten Wein in neue Schläuche. Die unternehmensweite Integrationsidee von ECI hält Böhn zwar für absolut richtig, nur dahinter stecke kein Differenzierungsmerkmal: Das können und machen alle Anbieter.

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