Crowdfunding-Plattform

Kickstarter wird "gemeinnütziges Unternehmen"

21. September 2015
Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter wollte schon immer anders sein als andere Startups, die von milliardenschweren Börsengängen träumen.

Nun ist Kickstarter ein "gemeinnütziges Unternehmen": Geld verdient werden darf trotzdem, aber es soll auch dem öffentlichen Wohl dienen. Die Finanzierungsplattform, auf der Erfinder und Unternehmer Geld von Internet-Nutzern für ihre Ideen sammeln können, rückt den Profit offiziell in den Hintergrund. Das New Yorker Startup ließ sich als "gemeinnütziges Unternehmen" registrieren. Damit verpflichtet sich Kickstarter unter anderem, bei Entscheidungen auch das öffentliche Wohl zu berücksichtigen und regelmäßig über seinen sozialen Effekt zu berichten.

Die Kickstarter-Gründer (v.l.n.r.) Charles Adler, Perry Chen und Yancey Stricker
Die Kickstarter-Gründer (v.l.n.r.) Charles Adler, Perry Chen und Yancey Stricker
Foto: Kickstarter

Die Grundidee der 2013 im Bundesstaat Delaware eingeführten Rechtsform ist, dass Gewinne für das Unternehmen nur Mittel zum Zweck, aber nicht das eigentliche Ziel sein sollen. Kickstarter spendet bereits fünf Prozent des Gewinns unter anderem für Kunstförderung und verpflichtete sich, keine legalen Steuer-Schlupflöcher zu suchen.

Alle Kickstarter-Investoren hätten die Umwandlung in ein "gemeinnütziges Unternehmen" unterstützt, schrieb der beteiligte Wagniskapitalgeber Fred Wilson. Kickstarter soll seit der Gründung 2009 rund 15 Millionen von Investoren bekommen haben. Die Plattform werfe sei dem zweiten Jahr Gewinne ab, betonte Wilson.

Mitgründer und Chef Yancey Strickler bekräftigte bereits zum Deutschlandstart im Frühjahr, Kickstarter solle nie verkauft werden oder an die Börse gehen. "Wenn Geld für ein Unternehmen in den Mittelpunkt rückt, ist die Gefahr zu groß, dass man aus den Augen verliert, warum man das alles gestartet hat", sagte er damals der Deutschen Presse-Agentur.

Als "gemeinnütziges Unternehmen" hatte sich unter anderem bereits das Online-Netzwerk Ello registrieren lassen, das auf Werbung und die Vermarktung von Nutzerdaten verzichten will. (dpa/tc)

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