Hamburger IT-Strategietage 2004

Killerapplikation steht noch aus

20. Februar 2004
Von Andreas Schmitz
Die Transpondertechnik RFID steht noch vor dem Durchbruch, sagt Thomas Engel, CIO von Kühne und Nagel bei seinem Vortrag zum Thema "Globale Logistik und IT-Strategie". "Wenn jemand allerdings die Killerapplikation entwickeln sollte, nehmen die Transaktionen um den Faktor 10 zu", sagt Engel voraus und schmunzelt über Transponder, die derzeit noch mit Barcode versehen sind.

Das Ziel sei, Daten global verfügbar zu machen und die Information auf Knopfdruck bereitzustellen. Das funktioniert nicht immer. "Werden die Lieferscheine nur eine halbe Stunde zu spät entgegen genommen, läutet bei mir das Telefon", erläutert Engel den Druck, der in der Logistikbranche derzeit herrscht.

Für jedes Projekt hat Engel entsprechend klare Vorgaben geschaffen, um sich gar nicht erst der Gefahr auszusetzen, zu scheitern. "Ein Projekt muss innerhalb von sechs Monaten gekappt werden, sofern es noch keinen messbaren Mehrwert gebracht hat." Die Lieferkette wird immer straffer organisiert. Die Produktionszyklen werden immer geringer - einer der Treiber für die Logistik.

Die Globalisierung und auch das Datenmanagement sieht Engel als weitere wichtige Faktoren, die sich direkt auf das Geschäft des in der Seefracht weltweit führenden Logistikkonzerns Kühne und Nagel auswirken. "Wir müssen die Daten 365 Tage 24 Stunden verfügbar halten", sagt Engel, "allein im vergangenen Jahr hat sich die Transaktionsmenge verdreifacht".

Um den Herausforderungen für die Zukunft gerecht zu werden, versucht Engel, möglichst einfache Strukturen zu entwickeln. "Eine klare, simple IT-Architektur", fordert Engel und setzt auf "Modularisierung statt IT-Gebilde". Deshalb müsse man sich auch in der IT-Strategie Freiräume schaffen und sie jedes Jahr neu anpassen.

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus