Leistungszuwächse mit Sicherheitsrisiken

Kommunikationstools treiben die Produktivität

06. September 2006
Von Thomas Mach/CW.at
Allgemein herrscht zwar das Vorurteil, Instant Messaging (IM) und Unified Messaging (UM) in Unternehmen senken - durch zeitraubende Chats und Unterhaltungen - die Produktivität der Mitarbeiter. Doch im Detail zeigt sich, dass Unternehmen mit IM und UM genau das Gegenteil bewirken: Die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter und in Folge des gesamten Unternehmens steigt massiv an.
Instant Messaging beschleunigt Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse
Instant Messaging beschleunigt Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse

Während aber viele Unternehmen nach wie vor rätseln, ob IM von Nutzen sein könnte, hat es sich im privaten Umfeld längst etabliert und ist in diesem Bereich ähnlich erfolgreich wie im Mobilfunk SMS. Auf Social Computing-Plattformen wie OpenBC oder MySpace mit Millionen von Mitgliedern ist IM heute zentraler Bestandteil der Kommunikation. Die noch vor kurzem geäußerten Bedenken einiger Betriebsräte, dass sich die Leistung von Mitarbeitern mittels IM unzulässig kontrollieren lasse, wurden bislang noch nicht bestätigt.

Stattdessen begrüßen vielfach die Mitarbeiter die neue Kommunikationsmöglichkeit und nutzen selbige innerhalb kürzester Zeit sehr intensiv. Denn damit lassen sich ihre Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse erheblich beschleunigen. Die dafür wesentliche Funktion im Instant Messaging ist die Online-Statusanzeige, mit der ein Mitarbeiter signalisiert, ob er zum aktuellen Zeitpunkt bereit und verfügbar ist, mit anderen zu kommunizieren. Etwas Vergleichbares gibt es weder beim Telefon noch bei der E-Mail.

Die Statusinformationen reichen dabei von "Ich bin nicht online" über "Bitte nicht stören" und "Achtung! Ich bin in einer Besprechung" bis hin zu "Ich bin erreichbar". Mittels dieses Anwesenheitsindikators können etwa Experten ad hoc in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Dabei spielt es keine Rolle, wo sich diese gerade befinden, Hauptsache sie sind online. Selbst Mobiltelefone wurden mittlerweile in IM-Dienste integriert. Es macht aus Unternehmen mit mehreren Standorten ein einziges, virtuelles Großraumbüro, in dem man immer sieht, welche Kollegen und Experten bei Problemen schnell helfen können - aber ohne die Nachteile eines realen Massenbüros.

Keine Informationsüberflutung durch Instant Messaging

Anders als die Anwender haben die Hersteller den Nutzen von IM längst erkannt. IBM setzt beispielsweise hausintern bereits seit Jahren auf IM. Alle Mitarbeiter haben dort Zugang zu solchen Systemen, und jeder versendet im Schnitt täglich zwischen zehn und 15 derartiger Sofortnachrichten. Die Sorge, dass die Überflutung mit Informationen durch Instant Messaging noch weiter zunimmt, erwies sich als unberechtigt. Die Nutzung des Telefons und insbesondere von teuren Mobilgeräten ging nach der Einführung von IM zurück. Derzeit finden sich zahllose IM-Produkte am Markt, die Bandbreite reicht dabei vom Consumer-Client der über das Internet benutzt wird bis hin zu umfassenden UM-Lösungen, die nicht nur Sofortnachrichten bieten, sondern Voice over IP- und klassische Telefonfunktionen integrieren und oft auch Video-Konferenzen ermöglichen.