Nach Microsofts Ankündigung, mehr Dokumentenformate zu unterstützen

Konflikt um OOXML schwelt weiter

06. Juni 2008
Von Nicolas Zeitler
Im Gezerre um das Dokumentenformat Office Open XML (OOXML) hat sich der Software-Hersteller Microsoft einen Schritt auf die Europäische Union zu bewegt. Indes verstummen die Kritiker nicht, die die ISO-Normierung des Formats grundsätzlich ablehnen. In der Kritik steht auch das Zustandekommen der neuen ISO-Norm, die OOXML zum internationalen Standard erhebt.
Microsoft steht im Verdacht, auf das Standardisierungs-Verfahren für sein Dokumenten-Format OOXML zu großen Einfluss genommen zu haben. Die EU-Kommission prüft entsprechende Verdachtsmomente.
Microsoft steht im Verdacht, auf das Standardisierungs-Verfahren für sein Dokumenten-Format OOXML zu großen Einfluss genommen zu haben. Die EU-Kommission prüft entsprechende Verdachtsmomente.

Die EU-Behörden ermitteln derzeit gegen den Software-Hersteller, weil sich die britische Schulbehörde Becta bei der Europäischen Union beschwert hat. MicrosoftMicrosoft setze zu stark auf sein eigenes Format und unterstütze die Kompatibilität mit konkurrierenden Produkten nicht ausreichend, lautete die Klage aus London. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Microsoft hat nun angekündigt, die Zahl der in Office unterstützten Dokumentenformate zu erhöhen. Das soll in der ersten Jahreshälfte 2009 geschehen, wenn das Service Pack 2 für Microsoft Office 2007 erscheint. Ab diesem Zeitpunkt soll unter anderem das Open Document Format for Office Applications (ODF) unterstützt werden. Der Hersteller verspricht Anwendern, damit direkt in Office-Programmen ohne zusätzliche Software auch ODF-Dokumente öffnen, bearbeiten und speichern zu können.

Die EU-Kommission teilte auf die jüngste Ankündigung von Microsoft hin mit, sie werde diese in ihre laufende Untersuchung einbeziehen. Elmar Geese, den Vorsitzenden des Linux-Verbands, bringt die Nachricht des Software-Konzerns indes zum Schmunzeln. "Zurzeit unterstützt Microsoft Office ja noch nicht einmal das hauseigene Format vollständig", sagt Geese auf Anfrage von CIO-Online.

Microsofts Format OOXML erregt schon seit einiger Zeit die Gemüter. Die Betreiber der eigens eingerichteten Homepage www.noooxml.org beispielsweise machen seit mehr als einem Jahr Stimmung gegen das Format von Microsoft. Mehr als 89.000 Computer-Nutzer haben sich den Angaben zufolge bisher an einer Petition unter dem Titel "Ich lehne die ISO-Normung des Microsoft Office Format ab" beteiligt. Nutzer tragen sich auch jetzt noch in die virtuelle Unterschriftenliste ein, auch wenn die Internationale Organisation für StandardisierungStandardisierung (ISO) das umstrittene Format mittlerweile unter der Bezeichnung ISO/IEC DIS 29500 angenommen hat. Alles zu Standardisierung auf CIO.de