Mitglieder-Boom erreicht 2009 Höhepunkt

Konsolidierung bei sozialen Netzwerken erwartet

07. Dezember 2007
Von Nicolas Zeitler
Das starke Wachstum von sozialen Netzwerken im Internet wie Myspace oder Facebook wird sich bis 2012 beruhigen. Die Gewinne der Betreiber solcher Web-Seiten werden sich bis dahin auf 2,4 Milliarden US-Dollar erhöhen. Das hat eine Untersuchung der Analysten von Datamonitor ergeben.
Bis 2012 werden in Deutschland weit mehr als 20 Millionen Menschen Mitglied in einem sozialen Netzwerk sein. Den Anbietern bringt das gut 140 Millionen US-Dollar ein.
Bis 2012 werden in Deutschland weit mehr als 20 Millionen Menschen Mitglied in einem sozialen Netzwerk sein. Den Anbietern bringt das gut 140 Millionen US-Dollar ein.
Foto: Datamonitor

Bis zum Ende dieses Jahres erwarten die Marktbeobachter aus England, dass die sozialen NetzwerkeNetzwerke weltweit 230 Millionen aktive Mitglieder haben werden. Auch wenn Datamonitor einräumt, dass diese Zahl wegen Mitgliedern mit mehreren Konten etwas zu hoch geschätzt sein dürfte, bezeichnen die Analysten diese Entwicklung als "außergewöhnlichen kulturellen Trend". Infrastruktur-Anbieter wie auch die Betreiber sozialer Netzwerke könnten davon kurzfristig erheblich profitieren. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Für 2007 schätzt Datamonitor die Erträge durch soziale Netzwerke auf 965 Millionen Dollar. Bis 2012 soll sich diese Summe auf 2,4 Milliarden erhöhen. Die Mitglieder virtueller Netzwerke sind auf dem gesamten Globus zuhause. Ein gutes Drittel lebt im asiatisch-pazifischen Raum (35 Prozent). Aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika stammen 28 Prozent aller Mitglieder in sozialen Netzwerken. Aus den USA kommt jeder Vierte, und zwölf Prozent der Profile gehören Menschen aus der Karibik und Lateinamerika. Je nach Region unterscheiden sich die Kurven der Mitgliederentwicklung deutlich, so die Analysten. Gleichwohl gehen sie davon aus, dass es bis 2009 weltweit zu einer Spitze im Wachstum kommen wird. Danach wird sich das Wachstum bis 2012 wieder beruhigen.

Was die Einstellung gegenüber dieser Entwicklung angeht, stellt die Untersuchung Parallelen zum Boom des E-Commerce zu Anfang des Jahrhunderts fest. Bei den Akteuren auf dem Markt der sozialen Netzwerke herrsche derzeit freudige Erregung über die explosionsartig steigenden Mitgliederzahlen vor. Gleichzeitig sei ein gewisses Maß an Besorgnis und Zynismus in der Branche festzustellen. Die Investoren haben offenbar noch die Flaute auf dem Internet-Markt in Erinnerung. Die Masse der Seitenbetreiber im Sozialen Networking jedenfalls denkt den Analysten zufolge derzeit nicht über einen Börsengang nach.

Der Markt rund um die sozialen Netzwerke scheint sich mehr und mehr aufzuspalten: Auf der einen Seite werden künftig Anbieter stehen, die ein Netzwerk konzipieren, andere Firmen werden die darunter liegende Infrastruktur zur Verfügung stellen. Wie ein Netzwerk aussieht, welches Lebensgefühl darin zum Ausdruck kommen soll, darum werden sich der Analyse zufolge zusehends Spezialisten kümmern. Technologie-Anbietern rät Datamonitor indes dazu, die Betreiber sozialer Netzwerke hinsichtlich Skalierbarkeit und der Verfügbarkeit ihrer Dienste zu unterstützen.