Deloitte-Studie: Viele verzichten auf IT-Unterstützung

Kosten bei Entsendung von Mitarbeitern besser kalkulieren

26. März 2008
Von Nicolas Zeitler
Im Zuge der Globalisierung werden mehr und mehr Mitarbeiter ins Ausland entsandt. Die meisten Unternehmen sind darauf zwar grundsätzlich gut vorbereitet. Eine Umfrage von Deloitte offenbart allerdings Verbesserungsbedarf bei der Kostenberechnung. Außerdem verzichtet bisher fast die Hälfte der Unternehmen darauf, die Entsendung mit Informationstechnologie zu unterstützen.

In fast allen Firmen ist die Organisation und Koordination der Entsendung von Mitarbeitern durch eine entsprechende Richtlinie geregelt. Nur vier der 35 Antwortenden haben kein solches Regelwerk. Bei acht von zehn Unternehmen gibt eine weltweit gültige Richtlinie die Rahmenbedingungen für die Entsendung vor. In etwas weniger als der Hälfte dieser Betriebe enthält die Richtlinie regionale Abwandlungen. Die übrigen Firmen regeln die Entsendung eher fallbezogen. Bei ihnen gibt es entweder nur allgemeine Standardvorgaben, oder bei der Entsendung werden individuelle Verträge ausgearbeitet.

Nur knapp ein Drittel der Befragten gab an, dass vorhandene Richtlinien ausnahmslos angewendet würden. Gleichzeitig zeigen sich die Firmen bei der Regelung von Ausnahmefällen restriktiv. Grundsätzliche Ausnahmeregelungen gibt es nur bei wenigen, die meisten entscheiden im Einzelfall über Ausnahmen. Deloitte zufolge haben die Firmen erkannt, dass Richtlinien zusehends untergraben werden, je mehr Ausnahmen grundsätzlich zugelassen werden. Zugleich erweisen sich viele entsendende Unternehmen flexibel, insofern als sie für spezielle Arten von Auslandseinsätzen ihrer Mitarbeiter oft eigene schriftliche Vorgaben ausgearbeitet haben.

Völlig zufrieden sind viele Unternehmen mit dem derzeitigen Stand ihrer Entsende-Richtlinien offenbar noch nicht. Mehrere gaben an, dass sie ihr Regelwerk weiter standardisieren wollen. Bei einigen steht auch auf der Agenda, die Vorgaben zu differenzieren, je nachdem ob es sich um eine Langzeit- oder Kurzzeit-Entsendung handelt.

In der Frage, ob die Entsendung von Angestellten sich besser zentral oder dezentral organisieren lässt, ist in der Umfrage von Deloitte kein Trend zu erkennen. Die eine Hälfte der Befragten wickelt Entsendungen weltweit in der Personalabteilung ihres Hauptsitzes ab, die anderen über die betroffenen Geschäftsbereiche oder in regionalen Personalabteilungen. Einer der Umfrageteilnehmer tanzt aus der Reihe: Das Unternehmen hat die Verwaltung an einen Dienstleister ausgelagert.

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