Heinrich Hiesinger

Krupp-Stiftung wäre auch mit 20 Prozent stark

19. August 2013
Die mächtige Krupp-Stiftung könnte nach Aussage von ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger auch nach einer Kapitalerhöhung noch "ungewollte Entscheidungen verhindern".

Der Mythos einer Sperrminorität von 25 Prozent müsse endlich einmal geradegerückt werden, sagte Hiesinger dem Nachrichtenmagazin Spiegel. Die Krupp-Stiftung ist derzeit mit 25,3 Prozent am kriselnden Industriekonzern ThyssenKrupp beteiligt. Bei einer Kapitalerhöhung könnte dieser Anteil sinken.

Es gehe letztlich nicht darum, "wie viel Prozent die Stiftung hält, sondern um ihr Entsenderecht in den Aufsichtsrat und wie man dort Mehrheiten bekommt und ungewollte Entscheidungen verhindern kann", meinte Hiesinger. Dazu würden seiner Ansicht nach auch etwa 20 Prozent ausreichen.

ThyssenKrupp hatte in der vergangenen Woche für die ersten neun Monate 2013 einen Verlust von 1,205 Milliarden Euro gemeldet - vor allem wegen der Fehlinvestitionen in Stahlwerke in Amerika. Die Eigenkapitalquote sank auf acht Prozent. Das Magazin Focus berichtet unter Berufung auf Konzernkreise, ThyssenKrupp wolle die Quote wieder deutlich steigern. Zugleich warnte ein namentlich nicht genannter ThyssenKrupp-Manager in der Zeitschrift vor Risiken für das europäische Stahlgeschäft, falls die EU die Befreiung stromintensiver Firmen von der Ökostrom-Umlage kippt.

Hiesinger sprach sich im Spiegel dafür aus, dass die Krupp-Stiftung ein "verlässlicher Ankeraktionär" bleibt. Ende Juli war der jahrzehntelange Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, im Alter von 99 Jahren gestorben. Ein Nachfolger ist noch nicht benannt. Zu den Versuchen, die Stahlwerke in Brasilien und in den USA zu verkaufen, sagte Hiesinger: "Wir verhandeln intensiv mit einem führenden Bieter." (dpa/rs)

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