Leitfaden für richtiges Krisen-Management

Kündigen - aber fair bleiben

03. Dezember 2007
Von Helene Endres
Auf Entlassungen in ihrem Unternehmen reagieren viele Führungskräfte völlig falsch. Aufgrund von Unwissenheit, Angst, persönlichen Konflikten. Kann man Mitarbeiter mit Stil und Würde entlassen? Man kann - sofern man einige wichtige Regeln beachtet.

Es war zwar kein 13., aber dieser Freitag hatte es trotzdem in sich: Viele der 2.500 Mitarbeiter des britischen Prozessfinanzierers Accident bekamen eine SMS mit der Aufforderung, doch bitte eine Telefonnummer anzurufen. Dort teilte ihnen eine Bandansage mit, dass "unglücklicherweise ... keine Gehälter mehr gezahlt" werden könnten. Und sie hiermit entlassen seien.

Die Mitarbeiter waren so wütend, dass sie sich aufmachten in die Büros in Manchester, Liverpool und Birmingham - doch nicht, um, wie in einer weiteren SMS gefordert, Office- und Dienstwagenschlüssel zur Abgabe bereitzuhalten. Sie plünderten ihre ehemaligen Arbeitsplätze, empört vor allem über die Art der Kündigung.

Die Geschichte über den taktlosen Rausschmiss per SMS ging durch die britischen Medien. Die Folge: Das Image der Firma wurde dadurch schwerstens beschädigt. Genauso wie der Ruf der entscheidenden Manager.

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de.
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Foto: manager-magazin.de

"Durch Chefs, die nicht entlassen können, entsteht ein ungeheurer Schaden - und damit meine ich nicht nur den für den Gekündigten, sondern auch den fürs Unternehmen", sagt Hermann Refisch, promovierter Psychologe und Ex-Manager. Dabei liegt es in der Hand der Führungskraft, als wie fair eine Kündigung empfunden wird.