Erneute IT-Panne

Kurzer Schock für Deutsche-Bank-Kunden

23. September 2016
Vor wenigen Monaten verärgerten doppelt angezeigte Buchungen Millionen Kunden der Deutschen Bank. Nun ist es erneut zu einer IT-Panne im Online-Banking gekommen - indes eine deutlich kleinere.
Die IT-Panne der Deutschen Bank dauerte nur wenige Stunden.
Die IT-Panne der Deutschen Bank dauerte nur wenige Stunden.
Foto: Tupungato - shutterstock.com

Am Freitagmorgen sind Kunden der Deutschen BankDeutschen Bank beim Blick auf ihr Girokonto überrascht. Sie bemerken, dass bei ihren Umsätzen etwas nicht stimmt. Irritiert richten sie manche an die Deutsche Bank. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten: Bei der Anzeige von Umsätzen von Donnerstag komme es zu Verzögerungen, teilt das Geldhaus mit. "Die technische Störung ist erkannt, wird behoben und die Umsätze werden im Laufe des Tages korrekt angezeigt". Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bittet die Banken Kunden um Entschuldigung. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bank AG

Die Panne erinnert an einen Vorfall, der erst wenige Monate zurück liegt. Anfang Juni, ebenfalls an einem Freitag, traf eine Buchungspanne 2,9 Millionen Deutsche-Bank-Kunden, über 13 Millionen Transaktionen wurden falsch angezeigt. Auf Konten erschienen Abbuchungen und Einzahlungen doppelt. Weil zum Monatswechsel in der Regel höhere Zahlungen etwa für Miete, Versicherungen und Strom fällig werden, rutschten betroffene Kunden teils in Minus. Entsprechend geschockt waren viele. Die Bank beschwichtigte damals, keine der Zahlungen sei tatsächlich ausgeführt worden - und arbeitete mit Hochdruck an einer Lösung. Einen Tag später teilte sie mit: Die Geschäfte liefen wieder normal.

An diesem Freitag geht es schneller. Schon zum Mittag hat die BankBank die Störung behoben. "Seit 12 Uhr sind alle fehlenden Umsatzanzeigen des gestrigen Tages auf den Girokonten im Online Banking fertig nachbearbeitet", erklärt sie. Alle Umsätze würden wieder korrekt angezeigt. Wie viele Kunden von der Panne betroffen waren, konnte ein Sprecher nicht sagen. Top-Firmen der Branche Banken

Die Deutsche Bank ist indes nicht die einzige, der Computer-Fehler passieren. Erst Mitte Juli kam es bei der Direktbank Comdirect zu einem Datenleck. Kunden landeten nach dem Login laut Medienberichten stundenlang nicht auf dem eigenen Konto, sondern auf fremden - und sahen demnach, wie viel Geld andere hatten. Und im September 2015 legte eine technische Störung in einem Rechenzentrum der Sparkassen die Geldautomaten in mehreren Bundesländern vorübergehend lahm.

Allerdings weckt die erneute Panne bei der Deutschen Bank Erinnerungen an die schonungslose Analyse von Vorstandschef John Cryan zu dessen Antritt im vergangenen Jahr. Er hatte damals die IT des Instituts als "lausig" bezeichnet und von "veralteten" Systemen gesprochen. Mit der neuen Technologie-Chefin Kim Hammonds im Vorstand will das Geldhaus das Problem beheben.

Auf Facebook lässt eine Nutzerin derweil Nachsicht walten. "Ich wünsche den Mitarbeiter/innen der Deutschen Bank starke Nerven, für die immer unzufriedenen und nöligen Kunden!". In den Doppeltürmen des Instituts in Frankfurt dürfte man es mit Wohlwollen vernommen haben. (dpa/rs)

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