So ruiniert man seine Ehe

Laptop, der Bett-Flop

18. Juni 2009
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Jeder vierte englische Arbeitnehmer nimmt seinen Laptop zum Arbeiten mit ins Bett. Die Partner zeigen sich naturgemäß "not amused" über die Konkurrenz auf dem Kopfkissen.
Immer mehr Mitarbeiter nehmen sich Arbeit mit ins Bett. Die Partner freut's eher weniger.
Immer mehr Mitarbeiter nehmen sich Arbeit mit ins Bett. Die Partner freut's eher weniger.
Foto: Credant Technologies

Das Arbeiten im Home Office erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Ob allerdings das Bett ein guter Arbeitsort ist, darüber streiten sich die Betroffenen: Bei einer wachsenden Anzahl von Arbeitnehmern in Großbritannien macht der Datenschutzspezialist Credant Technologies jedenfalls sinkenden Widerstand gegen den Laptop im Schlafzimmer aus: Bereits jeder Vierte nimmt einer Befragung zufolge den portablen Computer mit ins (Ehe-)Bett. Fast zwei Drittel der Bettarbeiter verbringen gleich zwischen zwei und sechs Stunden pro Woche mit eher den außerehelichen Pflichten zugeordneten Tätigkeiten.

Kein Wunder, dass die Partner sich von dieser Arbeitsplatzwahl eher genervt zeigen. Das wird auch dadurch nicht besser, dass sogar acht Prozent der Befragten zugaben, mehr Zeit am Abend mit ihren tragbaren Arbeitsgeräten zu verbringen, als mit den jeweils besseren Hälften. Allerdings geben 96 Prozent an, dass sie als letzte Aktion des Tages nicht nach neuer E-Mail guckten, sondern ihrem Partner ein Gutenachtküsschen gäben. Den restlichen vier Prozent raten die Credant-Experten übrigens, ihre verpfuschtes, weil allzu technikfixiertes Leben endlich zu überdenken.

Im Unterhaltungswert deutlich niedriger sind die Ergebnisse der Umfrage zum Thema Sicherheit: Fast die Hälfte der 300 Befragten (44 Prozent) gab an, abends an unternehmenskritischen Dokumenten zu arbeiten. Die Mehrheit dieser Heimarbeiter tut das zudem unverschlüsselt und riskiert damit, dass potentielle Datendiebe unbefugt mitlesen können.

Das Problem verschlimmert sich dadurch, dass 87 Prozent der Befragten im Bett einen drahtlosen Internetzugang bevorzugen. Ein Fünftel der Kopfkissenarbeiter gab gar an, dass sie bei der kabellosen Connection eher den ungeschützten Verkehr bevorzugten.