Diebstahl in einer Softwarefirma

Laptop mit neuer Polizeisoftware gestohlen

04. Oktober 2013
Der Fall klingt nach Alltagskriminalität: Einbrecher erbeuten Laptops aus den Räumen einer Softwarefirma. Brisanter wird der Diebstahl aber wegen der behördlichen Firmenkunden.

Einbrecher haben einen Laptop mit dem Prototyp einer neuen Polizeisoftware im thüringischen Jena gestohlen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Diebstahl in einer Softwarefirma, machte am Freitag aber zunächst keine Angaben zu Informationen von MDR Thüringen, dass Unterlagen zu einem Mordfall auf dem Rechner gewesen seien. Am Mittag dementierte das Landeskriminalamt, dass sich polizeiliche Daten auf dem Rechner befunden hätten.

Auf einem von zwei gestohlenen Laptops befinden sich nach MDR-Informationen interne Daten des Software-Unternehmens. Es habe einen 1,4 Millionen Euro schweren Auftrag für das Programm im Herbst 2012 erhalten. Es soll alle Akten und Informationen zu einem Ermittlungsverfahren digital aufbereiten und abrufbar machen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erbeuteten die Täter bei dem Einbruch Mitte September in dem Unternehmen insgesamt zwei hochwertige Laptops. Außerdem stahlen sie demnach Autoschlüssel eines Firmenwagens, mit dem sie verschwanden. Nach Angaben eines Behördensprechers waren die Laptops passwortgeschützt. Allerdings machte er keine Angaben, wie stark und weitreichend der Schutz war.

In der Vergangenheit verschwanden in Thüringen mehrmals Computer aus sensiblen Bereichen oder mit brisanten Daten, wobei bisher bei keinem Fall ein gezielter Datendiebstahl als Motiv bekannt wurde. Unter anderem erbeutete 2002 ein Serieneinbrecher beim damaligen Innenstaatssekretär Manfred Scherer dessen Laptop. Massive politische Auseinandersetzungen hatten das Verschwinden von zwei PC des Innenministeriums während dessen Umzugs innerhalb von Erfurt Ende 1997 ausgelöst. Auf einem befand sich eine Vielzahl brisanter Daten, auch aus dem Verfassungsschutzbereich. Die Computer blieben verschwunden, der Fall ungeklärt. (dpa/rs)

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