Forrester: Netbooks verlieren

Laptop und Tablet-PC verdrängen PC

19. Juli 2010
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Laut einer Forrester-Studie wird es bis 2015 einen neuen Boom im PC-Verkauf geben. Renner werden Notebooks und Tablet-PCs sein, traditionelle Desktop-Rechner büßen dagegen ihre Vormachtstellung langsam ein.

Bill Gates formulierte in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts seine Vision vom "PC on every desktop". Doch damals wusste niemand, dass er damit nicht das Ende der Entwicklung vorhergesehen hat, sondern allenfalls eine Etappe. Folgt man der neuen Fünfjahresprognose von Forrester Research, macht sich das Peleton - um im Bild zu bleiben - langsam auf, die lange führenden Schreibtischrechner nach hinten durchzureichen.

Eine halbe Milliarde PCs, so Forrester, werden allein in den USA bis 2015 über den Ladentisch gehen. Aber die Typenvielfalt - das ist die eigentliche Meldung - wird sich im Vergleich zu heute stark erhöhen. Zum wachsenden Absatz von Personal Computern werden Forrester zufolge vor allem die neuen Darreichungsformen der Tablet-PCs beitragen, die mit dem iPad von Apple momentan einen regelrechten Boom erleben. Allein für diesen Teilmarkt prognostizieren die Marktforscher jährliche Wachstumsraten von 42 Prozent.

Notebooks sind auf dem Vormarsch. Bis 2015 werden sie an der Spitze der PC-Typen liegen.
Notebooks sind auf dem Vormarsch. Bis 2015 werden sie an der Spitze der PC-Typen liegen.

Aber es gibt in Zeiten des Aufschwungs auch Verlierer: Netbook-Computer, nicht eben lange auf dem Markt, werden zugunsten der Tablet-PCs deutlich an Marktanteilen verlieren, prognostiziert Forrester. Von 2012 an würden die Tablet-PCs sich besser verkaufen als die tragbaren Computer, von 2014 an würden mehr Konsumenten solche PCs besitzen, als Netbooks.

Den größten Anteil am neuen Computer-Boom werden der Studie zufolge Laptops haben, die auch von neuen, web-zentrierten Betriebssystemen wie Google Chrome OS profitieren. Fast die Hälfte, 42 Prozent, werde 2015 zu dieser Kategorie gehören und sich auch von den Tablet-PCs nicht überflügeln lassen. Das mag unter anderem daran, liegen, dass diese Geräte den Hype-Vorsprung des iPads durch verbessertes Styling und anhaltend höhere Prozessorleistung wettmachen werden.