Nach neun Monaten

Lenovo schließt Übernahme von Motorola ab

02. November 2014
Rund neun Monate hat es gedauert, bis der PC-Riese Lenovo den Handy-Pionier Motorola schlucken konnte. Die Marke des US-Konzerns soll Lenovo beim internationalen Ausbau helfen.

Der weltgrößte Computer-Hersteller Lenovo steigt mit der Übernahme des Handy-Pioniers Motorola zur klaren Nummer drei im Smartphone-Markt auf. Der chinesische Konzern gab den Abschluss des Deals am Donnerstag bekannt, neun Monate nach der Ankündigung. Lenovo will den Namen Motorola unter anderem in Regionen einsetzen, wo die eigene Marke im Handy-Markt noch nicht so bekannt ist.

Lenovo und Motorola zusammen kommen nach jüngsten Zahlen auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent mit 25,6 Millionen abgesetzten SmartphonesSmartphones im vergangenen Quartal. Die Nummer zwei ist AppleApple mit 12 Prozent, von Marktführer Samsung kommt knapp jedes vierte weltweit verkaufte Computer-Telefon, wie der Marktforscher IDC errechnete. Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

Die beiden Marken werden zunächst ihre eigenen Produktpaletten und Planungen für künftige Geräte behalten, sagte Lenovo-Europachef Aymar de Lencquesaing der dpa. Erst mit der Zeit solle entschieden werden, wie die Angebote angeglichen werden könnten. Motorola werde aber sofort von einem gemeinsamen Einkauf von Teilen und der Zusammenarbeit beim Marketing profitieren.

"Bei den Marken gehen wir pragmatisch vor", sagte de Lencquesaing. Geräte von Motorola sollen weiter in den USA, Westeuropa und in Schwellenländer wie Brasilien verkauft werden, wo die Marke stark sei. In Asien wolle Lenovo weiterhin vor allem auf den eigenen Namen setzen. In einigen Ländern wie China soll es Geräte beider Marken geben. Motorola behält seine Zentrale in Chicago.

Lenovo drängt verstärkt ins Smartphone-Geschäft. Nach jüngsten Zahlen von IDC waren die Chinesen im vergangenen Quartal auch ohne Motorola die Nummer vier mit einem Marktanteil von 5,2 Prozent und 16,9 Millionen abgesetzten Geräten. Sie wurden dabei in der IDC-Rangliste ganz knapp vom ebenfalls chinesischen Aufsteiger Xiaomi überholt, der auf 5,3 Prozent kam.

Lenovo zahlt dem bisherigen Besitzer GoogleGoogle knapp drei Milliarden Dollar für Motorola. Google hatte für Motorola Mobility 12,5 Milliarden Dollar ausgegeben. Der Internet-Riese behält aber beim Verkauf am Lenovo zahlreiche Motorola-Patente. Alles zu Google auf CIO.de

Motorola hatte einst mit dem ersten Handy die Geschichte der Mobiltelefonie geprägt. Im Smartphone-Geschäft verpasste das Unternehmen in den vergangenen Jahren jedoch den Anschluss an erfolgreichere Konkurrenten wie Samsung und Apple.

Google hatte den Kauf von Motorola 2011 unter anderem mit dem Patent-Schatz des Mobilfunk-Pioniers begründet. Motorola sei im scharfen Wettbewerb in der Handy-Branche bei einem reinen Gerätehersteller besser aufgehoben, sagte Google-Chef Larry Page im Januar. Google könne sich nun ganz auf die Weiterentwicklung des mobilen Betriebssystems AndroidAndroid konzentrieren. Das Forschungslabor von Motorola, das unter anderem ein Smartphone zum Zusammenstecken entwickelte, bleibt bei Google. (dpa/rs) Alles zu Android auf CIO.de

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