Videothekenkette

Letzte Blockbuster-Videotheken schließen

07. November 2013
Einst waren sie angeblich der Tod des Kinos. Jetzt sind die Videotheken selbst dahingeschieden. Blockbuster, einst unumstrittener Marktführer, schließt seine letzten Filialen.

Eine Ära geht zu Ende: Blockbuster, einst die größte Videothekenkette der Welt, schließt die letzten Läden. Auch der Versand von DVDs und Videos werde eingestellt, teilte Konzernmutter Dish in Englewood im US-Staat Colorado mit. Anfang Januar würden die letzten etwa 300 US-Filialen geschlossen. Medienberichten zufolge verlieren etwa 2.800 Angestellte ihre Arbeit. Als Streamingservice soll es Blockbuster weiterhin im Netz geben.

Genau diese Dienste, bei denen man Filme einfach zu Hause über das Internet runterladen kann, haben den Videotheken den Garaus gemacht. Die 1985 gegründete Kette war mit einst mehr als 9.000 Läden und Milliardenumsatz die Königin unter den Verleihern. Millionen versorgten sich in den Geschäften mit der gelben Schrift auf blauem Grund mit einem Film für den Abend und gleich noch mit Kartoffelchips und Eiscreme. Auch Videospiele gab es zu leihen und der Wechsel von der bald klappernden Videokassette zur digitalen DVD hatte Blockbuster um die Jahrtausendwende noch einmal einen Schub gegeben.

Doch die Umsätze brachen mit dem Aufkommen der Streamingdienste ein und die Läden wurden zu Hunderten geschlossen. Im Frühjahr 2011 hatte Dish Network, ein Anbieter von Satellitenfernsehen, den siechenden Branchenriesen ersteigert.

"Das ist keine leichte Entscheidung, aber die Kunden fordern klar den Wechsel zum digitalen Vertrieb der Videounterhaltung", sagte Dish-Präsident Joseph P. Clayton zur Aufgabe der Geschäfte. "Aber auch wenn die Läden schließen, bleibt die Marke Blockbuster bestehen. Wir erwarten, dass wir unseren Onlinedienst weiter ausbauen können." (dpa/rs)

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