Unternehmen investieren vor allem in Standard-Lösungen

Lieber Konfektion als Maßanzug

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Westeuropäische Unternehmen investieren wieder in ihre Informations-Technologie. Im Schnitt erwarteten sie hier im vergangenen Jahr ein Budget-Wachstum von 34 Prozent. Das Geld stecken die Firmen immer noch lieber in Standard-Lösungen als in maßgeschneiderte Software. Das fand IDC in einer Studie heraus, die auch einen Branchen-Überblick liefert.
Sicherheits-IT ist inzwischen Standard; für SCM-Lösungen gilt das nicht. Quelle: IDC European Vertical Market Survey
Sicherheits-IT ist inzwischen Standard; für SCM-Lösungen gilt das nicht. Quelle: IDC European Vertical Market Survey

Die Vorliebe für Konfektionsware ist in europäischen Firmen immer noch weit verbreitet, wobei es im Branchen-Vergleich Ausnahmen gibt. Am fortschrittlichsten verhalten sich die Versicherungs- und Finanzunternehmen, die sich zu fast 42 Prozent ihre Lösungen auf den Leib schneidern lassen und nur zu 29 Prozent von der Stange kaufen. Auch Einzel- und Großhandel stellen eine Ausnahme dar und setzen beim Enterprise Ressource Planning (ERPERP) überwiegend auf kundenspezifische Software. Alles zu ERP auf CIO.de

Überdurchschnittlich stark setzt auch die öffentliche Hand für ihre Bedürfnisse entwickelte Software ein - insbesondere Verwaltung und Bildungseinrichtungen, weniger stark die Gesundheitswirtschaft.

Klare Unterschiede arbeitet IDC für die verschiedenen Arten von IT-Lösungen heraus. Über Sicherheits-Technologie verfügen 83 Prozent der Unternehmen: 59 Prozent setzten auf vorgefertigte Lösung, 24 Prozent auf individuelles Design. In diesem Bereich werden mit Abstand die meisten IT-Lösungen eingesetzt; hier greifen die Firmen am ausgeprägtesten auf Standard-Angebote zurück.

Absolut setzen die Unternehmen vor allem in den Bereichen industrie-spezifische Anwendungen (25 Prozent) und ERP (24,4 Prozent) auf Maßanfertigungen. Im Supply Chain Management (SCM) halten sich die Firmen bislang am meisten zurück beim IT-Einsatz - fast 60 Prozent verneinen. Hier ist aber auch der Spagat zwischen Standard (23 Prozent) und kundenspezifischem Schnitt (18 Prozent) am kleinsten.

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