Flexible Arbeitsmodelle

Lieber Mehrarbeit als Pendeln

19. Oktober 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Fast ein Drittel der deutschen Berufstätigen wäre bereit, mehr zu arbeiten, wenn sie dadurch ihre Pendelwege reduzieren könnten. Das ergab eine Regus-Umfrage.

Wie eine Studie des Büroraumanbieters Regus zeigt, bieten immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern flexible Arbeitsmodelle an. Fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten deutschen Büroangestellten, so das Umfrageergebnis, praktiziert bereits flexible Arbeitsmodelle: Sie können die Hälfte der Woche und mehr an anderen Orten als ihrem festen Schreibtisch im Firmenbüro arbeiten. Regus ließ für die Studie 16.000 Personen aus über 80 Nationen befragen.

Beim Pendeln in öffentlichen Verkehrsmitteln lesen und beantworten Angestellte am häufigsten E-Mails.
Beim Pendeln in öffentlichen Verkehrsmitteln lesen und beantworten Angestellte am häufigsten E-Mails.
Foto: Regus

Vorteil einer solchen flexibleren Arbeitsgestaltung sind die verkürzten Pendelzeiten. Denn wer auf diese Weise Staus entgehen oder einen Teil seiner Arbeit im Home-Office erledigen kann, spart sich die teils langen Wege zur Arbeit. Eine Regus-Studie aus dem Jahr 2011 zeigte: Für ein Drittel der Befragten besteht der Arbeitsalltag aus mindestens 40 Minuten Pendeln am Tag. 27 Prozent verbringen sogar mehr als eine Stunde damit, von der Wohnung an den Arbeitsplatz zu gelangen.

Diese Zeit nutzen viele Angestellte aus Deutschland effektiv und erledigen zum Teil bereits erste Arbeitsaufgaben. Die aktuelle Regus-Studie ermittelte, wie Beschäftigte den Weg zur Arbeit verbringen, wenn sie ihn in öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer liest und beantwortet in dieser Zeit E-Mails (53,3 Prozent), 46 Prozent der Angestellten telefonieren während sie pendeln. Ob dies allerdings berufliche oder private Nachrichten und Telefongespräche sind, klärt die Umfrage nicht. 42 Prozent der Pendler planen ihre Aktivitäten für den Arbeitstag, etwa jeder Vierte liest Zeitung.

Auf dem Weg zur Arbeit Meetings vorbereiten

Gut 28 Prozent der Angestellten hören auf dem Arbeitsweg Musik, knapp ein Fünftel liest ein Buch und rund 14 Prozent schlafen oder dösen in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehrs als jeder Zehnte bereitet bereits Meetings vor (13,4 Prozent) oder plauscht mit Freunden und Kollegen (12,8 Prozent). Die am seltensten genannten Pendelaktivitäten waren Frühstücken (6,8 Prozent) und Computerspiele (5,4 Prozent).

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