Public IT


Kritik an HP und Microsoft

LiMux-Studie weiter unter Verschluss

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public ICT, Telekommunikation und Social Media.
Münchens IT-Chef wehrt sich gegen ein Gutachten, wonach der Linux-Umstieg teurer war als ein Verbleib auf Windows. HP und Microsoft geben das Opus nicht heraus.
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sagte 2006: "Für den normalen Anwender ändert sich wenig."
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sagte 2006: "Für den normalen Anwender ändert sich wenig."
Foto: Stadt München; Stadt Freiburg; Wikipedia/Larry Ewing

Für viel Wirbel sorgt der Artikel von Focus Online „Software-Streit bei der Stadt München: Haben Udes IT-Experten falsch gerechnet?" zur LiMux-Umstellung bei der Verwaltung der bayerischen Landeshauptstadt. Focus-Redakteur Michael Franke zitiert darin aus einer HP-Studie im Auftrag von MicrosoftMicrosoft über die „Open-Source-Software-Strategie der Stadt München", die die Kosten für die Umstellung von Microsoft auf Linux kritisch unter die Lupe nimmt. Die Studie belegt angeblich, dass die Stadt durch die Umstellung auf LiMux und OpenOffice keinen zweistelligen Millionenbetrag (elf Millionen) gespart, sondern sogar draufgezahlt hätte. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Es heißt darin, im Direkt-Vergleich der eingesetzten Software von Microsoft (Version: Windows XP mit Office 2003) und Linux (Version „Ubuntu Linux" mit OpenOffice.org) sei von einer Einsparung nichts mehr zu sehen. Focus schreibt: „Der Betrieb ohne Lizenzkosten für zehn Jahre koste bei Microsoft niedrige, ermittelte 17 Millionen Euro, für Linux hingegen hohe 60,7 Millionen Euro." Berechnet worden seien in der Studie Faktoren wie die Bereitstellung für die Anwender, Support und Migrationskosten.

Studie: Fachverfahren "nicht auf Linux migrierbar"

Focus Online zitiert den Autoren der HP-Studie wie folgt: „Zahlreiche Faktoren wurden bei einer Veröffentlichung der angeblichen Linuxkosten von der Stadt München überhaupt nicht berücksichtigt." Linux habe seit der Einführung im Jahr 2003 für die Stadt München drei Betriebs-Versionen eingesetzt, diese Kosten aber nicht aufgeführt. Bei Windows wäre keine neue Software-Version erforderlich gewesen. Etwa jeder vierte Rechner der Münchner Stadtverwaltung laufe noch auf Microsoft-Basis, da „alle Fachverfahren nicht auf Linux migrierbar" seien.

Problem für alle, die das Thema interessiert: Diese Studie ist nicht öffentlich. HPHP teilte auf Anfrage mit: „Die Studie zum Linux-Einsatz in München war nicht zur Veröffentlichung sondern nur für den internen Gebrauch bestimmt. Sie ist über irgendeinen Kanal an den Focus gelangt. Wir können deswegen dazu keine Stellung nehmen und es nicht kommentieren." Microsoft schreibt: „Vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Studie selbst geben wir nicht raus." Alles zu HP auf CIO.de