Fach-Applikationen laufen nicht

Linux: Münchens Stadtverwaltung tritt auf der Stelle

30. Dezember 2005
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Das Thema Linux könnte für die IT-Abteilung der Stadt München schon bald zu einem roten Tuch werden. Die Präsentation eines Basis-Clients ist nun auf den Sommer kommenden Jahres verschoben worden. Grund für die erneute Verzögerung ist nach Aussage der IT-Verantwortlichen der Mangel an plattformunabhängigen Lösungen für die vielfältigen Fach-Applikationen.

Seit Mitte 2004 stellt die Verwaltung in der Isar-Metropole nach einem Stadtratsbeschluss auf Open-Source-Software um. Jetzt laufen Tests mit Vorabversionen des ersten "Limux Basis-Clients“. Außerdem ist unter dem Codenamen "Wollmux“ ein neues Briefkopf- und Vorlagensystem in Arbeit, das auf Open-Office 2 basiert. Wollmux soll nach den Plänen der IT-Verantwortlichen plattformunabhängig auf den aktuellen Arbeitsplätzen ebenso einsetzbar sein wie unter dem künftigen Betriebssystem.

Schwieriger gestaltet sich nach den Worten eines Sprechers das Umstellen der vielfältigen Fach-Software innerhalb der Stadtverwaltung: Weil zu wenige Hersteller plattformunabhängige Software anböten, müssten einige Anwendungen zunächst mittels Terminalserver emuliert werden.

Damit verschiebt sich die Linux-Migration der 14.000 Büro-Arbeitsplätze weiter nach hinten. Zunächst hatten patentrechtliche Probleme für Verzögerungen gesorgt. Außerdem gestaltete sich der Ausschreibungsprozess komplizierter als erwartet, weil die sehr unterschiedlichen Angebote schwer miteinander zu vergleichen waren.

Bis Mitte 2008 soll die Umstellung abgeschlossen sein. Für die Linux-Migration habe sich der Stadtrat entschieden, weil MicrosoftMicrosoft den Support für das derzeit verwendete Betriebssystem einstellt. Alles zu Microsoft auf CIO.de