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Konzernweit aus Cloud

Lufthansa führt digitale Personalakte ein

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die Lufthansa digitalisiert die Personalakten von Mitarbeitern in 16 Konzerngesellschaften. Der Datenschutz gab den Ausschlag für ein Rechenzentrum in Rhein-Main.
Als Dienstleister fungiert Industry Solutions, bis April Geschäftsbereich der Lufthansa Systems und seitdem 100-prozentige Tochter der Deutschen Lufthansa AG.
Als Dienstleister fungiert Industry Solutions, bis April Geschäftsbereich der Lufthansa Systems und seitdem 100-prozentige Tochter der Deutschen Lufthansa AG.
Foto: Lufthansa Systems

Die LufthansaLufthansa führt konzernweit die digitale Personalakte ein. Die Fluglinie will mit einer cloud-basierten Lösung ihre Personalprozesse optimieren und steckt bereits mittendrin im Projekt mit dem Namen "HR-Archive for LGBS". Als Lösung wählte das Unternehmen die Digitale Personalakte aus der Controlled Cloud des Münchner Anbieters Aconso. Top-500-Firmenprofil für Lufthansa

Aus drei Gründen handelt es sich um ein besonders erwähnenswertes IT-Projekt:

  • Erstens wegen der Dimension: Digital zusammengeführt werden die Akten sämtlicher 16 Firmen der Unternehmensgruppe.

  • Zweitens wegen der jüngsten Umstrukturierungen in IT-Dienstleistungsbereich des Konzerns, auf die das Projekt ein Schlaglicht wirft.

  • Drittens wegen der inhaltlichen Begründung des Projektes: Oftmals wurden und werden die hiesigen strengen Datenschutzgesetze als Entwicklungshemmschuh gescholten. Immer öfter und auch in diesem Beispiel hört man genau das Gegenteil.

Lob für deutschen Datenschutz

"Ausschlaggebend war auch, dass sich die sensiblen Personaldokumente in einem RechenzentrumRechenzentrum in Deutschland befinden und damit dem strengen deutschen Datenschutzrecht unterliegen", erklärt Michael Brass, HR IT Architekt der Lufthansa Global Business Services (LGBS). "Durch diese umfassenden Sicherheitsmaßnahmen waren die Betriebsräte und Datenschutzbeauftragten der jeweiligen Gesellschaften schnell von der Lösung überzeugt." Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Gebündelt werden sämtliche Mitarbeiterakten nämlich in einem Rechenzentrum in Kelsterbach bei Frankfurt am Main. Etwa 100.000 Akten werden dort bereits gehostet, bis Jahresende sollen 35.000 weitere angelegt sein. Die bisherigen Papierdokumente werden gescannt und als revisionssichere PDF/A-Dateien aufbereitet.

Dienstleister übernehmen die Aufgaben

Diesseits und jenseits der IT ist das Projekt in der Hand von Dienstleistern, die zum Konzern gehören. Die bereits erwähnte LGBS ist innerhalb der Lufthansa-Gruppe für administrative Dienstleistungen zuständig und verwaltet künftig die Akten - und zwar auch jene, die sich bisher im selbständigen Beritt der einzelnen Gesellschaften befanden. Neben der Frankfurter Zentrale verfügt die LGBS über weitere Niederlassungen in Krakau, Mexiko und Bangkok, die sich untereinander je nach geographischer Zugehörigkeit die Arbeit aufteilen.

Als IT-Dienstleister fungiert nach einer Ausschreibung gemeinsam mit Aconso Industry Solutions, vormals Geschäftsbereich der Lufthansa Systems und seit April 100-prozentige Tochter der Deutschen Lufthansa AG. Erst im April übergab Lufthansa Systems Rechenzentren und Support-Center an IBM und lagerte neben einem Drittel seiner über 4000 Mitarbeiter weltweit auch den IT-Betrieb an den Software- und Dienstleistungsriesen aus.

Im Konzern verblieb neben dem auf IT-Lösungen für die Luftfahrt spezialisierten Bereich Airline Solutions auch der IT-Beratungs- und Systemintegrationsbereich Industry Solutions, der mittlerweile auch eine Reihe von Kunden abseits der Flugbranche betreut.

Germanwings und Swiss waren schon dran

Das HR-Projekt der Lufthansa starteten Industry Solutions und Aconso im Oktober 2013 bei Lufthansa SkyChefsLufthansa SkyChefs in den USA. Innerhalb von drei Monaten wurden dort die Akten von 10.000 Mitarbeitern an 44 Standorten in ganz Nordamerika eingescannt und digitalisiert. Anschließend kamen die Billigflug-Tochter Germanwings mit knapp 2500 Mitarbeitern und die Swiss International Air Lines mit rund 7000 Mitarbeitern an die Reihe. Die noch ausstehenden Gesellschaften des Konzerns folgen. Top-500-Firmenprofil für LSG Lufthansa Service Holding AG

Aus Gründen der Zuverlässigkeit sind die Daten redundant gespeichert und physisch voneinander getrennt. Sollte ein Bereich ausfallen, stehen die Daten sicher in einem anderen zur Verfügung. Die Datenübertragung zwischen Rechenzentrum und Anwender erfolgt über aus dem Onlinebanking bekannte gesicherte HTTPS-Verbindungen.

Neben einem ausgefeilten Berechtigungskonzept sorgt auch die Verschlüsselung der Dokumente auf dem ServerServer im Rechenzentrum für Sicherheit. "Durch spezielle Ablageformate wird die rechts- und revisionssichere Archivierung gewährleistet, alle gespeicherten Informationen sind jederzeit wieder auffindbar, nachvollziehbar und unveränderbar", berichten die Projektpartner. Alles zu Server auf CIO.de

Lufthansa | Digitale Personalakte
Branche: TransportTransport
Zeitrahmen: seit Oktober 2013
Produkt: Digitale Personalakte
Dienstleister: Industry Solutions, Aconso
Einsatzort: weltweit
Internet: www.lufthansa.com Top-Firmen der Branche Transport