US-Wissenschaftler

Mächtige denken vorausschauender

17. April 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Das Gefühl von Macht hebt die Bereitschaft, länger auf Belohnungen zu warten. Der Befund von Forschern der Uni Southern California ist auch für Firmen relevant.
Wer sich mächtig fühlt, denkt vorausschauender.
Wer sich mächtig fühlt, denkt vorausschauender.
Foto: MEV Verlag

Wissenschaftler von der Southern California Universität haben untersucht, wie Macht Entscheidungen beeinflusst. Das Ergebnis: Wer sich in einer Machtposition fühlt, trifft eher vorausschauende Entscheidungen, von denen man zukünftig finanziell profitiert.

Umgekehrt verhält es sich bei denjenigen, die sich nicht in einer mächtigen Position befinden. Sie entscheiden nicht mit dem Blick nach vorn, sondern richten ihre Entscheidung darauf aus, schnellen Profit zu erreichen.

Tendenz zum schnellen Profit

In der Wissenschaft wird diese Tendenz zum schnellen Profit als sogenanntes Temporal Discounting bezeichnet. Es ist verbreitet, zum Beispiel bei Investitionen, dem Sparen fürs Alter oder bei der Entwicklung einer Unternehmensstrategie. Forscher aus unterschiedlichen Fachbereichen suchen nach Wegen, dieses Verhalten zu beeinflussen.

Nathanael Fast und Priyanka Joshi von der Fakultät Management und Organisation an der Universität Southern California könnten mit ihren Forschungsergebnissen nun ein sehr einfaches Mittel gegen das Temporal Discounting gefunden haben. Empfinden die Beteiligten mehr Macht, handeln sie vorausschauender anstatt nur auf kurzfristigen Profit aus zu sein.