Kienbaum-Studie über Firmenkultur

Manager lernen nicht aus Fehlern

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Zwar haben die meisten deutschen Firmen ein Unternehmensleitbild. Doch es hapert mit der Umsetzung. Manager lernen nicht aus Fehlern und arbeiten gegeneinander.

Die meisten deutschen Unternehmen haben sowohl externe wie auch interne Leitlinien festgelegt. Vor allem die Orientierung nach außen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Für 83 Prozent sind die Pflege der Kundenbeziehungen und für 73 Prozent die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lieferanten wichtige Werte. Gleiches gilt inzwischen für den Umgang mit der Umwelt und der Gesellschaft.

Firmenkultur mit langfristigen Zielen

Die meisten Unternehmen verfolgen mit ihren Leitbildern langfristige Ziele. Dazu zählen mehr Kundenorientierung und ein höheres Qualitätsbewusstsein.
Die meisten Unternehmen verfolgen mit ihren Leitbildern langfristige Ziele. Dazu zählen mehr Kundenorientierung und ein höheres Qualitätsbewusstsein.
Foto: Kienbaum

77 Prozent der Firmen, die Leitbilder etablieren, verfolgen damit langfristige Ziele. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Unternehmenskultur 2011 - Rolle und Bedeutung" der Management-Beratung Kienbaum in Zusammenarbeit mit dem Harvard Business Manager und dem Institut für Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen (EZO). Die Untersuchung wurde nach 2010 zum zweiten Mal durchgeführt.

Jeweils knapp drei Viertel der befragten Personen stimmen zu, dass ihr Betrieb kundenorientiert aufgestellt ist und die Mitarbeiter sowie Führungskräfte auf Qualität achten. 72 Prozent glauben, dass ihre Firma die Bedürfnisse von Investoren oder Inhabern zufriedenstellt. 67 Prozent sehen ein wettbewerbsorientiertes Handeln.

Man arbeitet zu viel gegeneinander

Probleme bei der Umsetzung einer Firmenkultur gibt es, weil nicht alle an einem Strang ziehen, aus Fehlern nicht gelernt wird und Mitarbeiter Veränderungen fürchten.
Probleme bei der Umsetzung einer Firmenkultur gibt es, weil nicht alle an einem Strang ziehen, aus Fehlern nicht gelernt wird und Mitarbeiter Veränderungen fürchten.
Foto: Kienbaum

Dabei hat die Studie auch Problemfelder herausgearbeitet. So kritisieren zwei Drittel der Befragten, dass in ihrem Unternehmen nicht alle an einem Strang ziehen. 63 Prozent bemängeln, dass Mitarbeiter und Führungskräfte vor- und nachgelagerte Prozesse nicht beachten. Für 59 Prozent herrscht zu wenig Offenheit für Veränderungen. 44 Prozent gaben an, ihre Arbeit werde nicht ausreichend anerkannt und vermissen ein faires Miteinander. Ebenso viele beanstanden, dass aus Fehlern nichts gelernt wird.