E-Learning etabliert sich langsam

Manager lernen ungern online

11. Januar 2008
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Viele Unternehmen setzen inzwischen auf E-Learning-Angebote, um ihre Mitarbeiter weiterzubilden. Doch obwohl Online-Lernangebote weitgehend etabliert sind, werden diese auf Management-Ebene bisher zu wenig als Instrument zur Weiterbildung genutzt. Vor allem hochrangige Manager bevorzugen nach wie vor klassische Weiterbildungsmaßnahmen. Das sagt eine Studie des Chartered Management Institute und des Centre for Applied Human Resource Research (CAHRR).
Flexibilität, schneller Zugriff auf Informationen und Wissen sowie geringe Kosten sind die Vorzüge von E-Learning gegenüber klassischen Weiterbildungsmaßnahmen.
Flexibilität, schneller Zugriff auf Informationen und Wissen sowie geringe Kosten sind die Vorzüge von E-Learning gegenüber klassischen Weiterbildungsmaßnahmen.

90 Prozent der befragten Manager haben Zugang zum Internet und schätzen am Online-Learning die Flexibilität, den schnellen Zugriff auf Informationen sowie die im Vergleich zur "klassischen" Weiterbildung geringen Kosten. Dennoch setzen sich E-Learning-Methoden auf den verschiedenen Management-Ebenen nur langsam durch.

Ungenutztes Lern-Potenzial

Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten haben im vergangenen Jahr Online-Ressourcen genutzt, um sich weiterzubilden. Lediglich ein Fünftel der befragten Manager hat überdies an einem strukturierten E-Learning-Programm teilgenommen. Viele Manager betrachten Online-Angebote immer noch als zweitklassiges Training und stufen Weiterbildungsmaßnahmen außerhalb des Büros als höherwertig ein.

Etwa zwei Drittel verbringen 30 Minuten oder weniger damit, das Intranet, das Internet oder E-Learning-Unterlagen zu nutzen, um Aufgaben oder Probleme zu lösen. Vor allem Artikel und praktische Ratschläge werden von den Befragten als Online-Ressourcen gerne herangezogen, jedoch meist nur unregelmäßig genutzt.

Die persönliche Note fehlt

Vor allem die fehlende persönliche Kommunikation, aber auch mangelnde Motivation stellen eine wesentliche Hürde bei der Nutzung von Online-Lernsystemen dar. Knapp die Hälfte der Befragten sieht die Abneigung gegen E-Learning im Verlust der menschlichen Note begründet. 72 Prozent würden weiterhin eine persönliche Kommunikation bevorzugen.