60 Tage auf Geschäftsreisen

Manager misstrauen Videokonferenzen

18. Februar 2011
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Zwar sind Führungskräfte neuen Technologien gegenüber offen, letztlich entscheiden sie sich aber meist für klassische Dienstreisen. Der Grund sind technische Bedenken.
Wenn sie die Wahl zwischen persönlichem und virtuellem Treffen haben, entscheiden sich nur zwei Prozent der Führungskräfte für eine Videokonferenz.
Wenn sie die Wahl zwischen persönlichem und virtuellem Treffen haben, entscheiden sich nur zwei Prozent der Führungskräfte für eine Videokonferenz.

Videokonferenzen und digitales Arbeiten hin oder her - Geschäftsreisen machen nach wie vor einen festen Bestandteil des Arbeitsalltags von Führungskräften aus. Bei einer Umfrage von Tata Communications gaben 91 Prozent der Befragten an, dass sie das persönliche Zusammentreffen bevorzugen. Als Vorteile nennen sie den persönlichen Kontakt und die bessere Vertrauensbasis, die das direkte Aufeinandertreffen schafft. 7,1 Prozent der Befragten greifen stattdessen zum Telefonhörer, nur zwei Prozent entscheiden sich für eine Videokonferenz.

Das Reisen überwiegt also deutlich. Dementsprechend geben 49 Prozent der Führungskräfte an, dass sie bis zu 60 Tage im Jahr unterwegs sind. Das macht sich auch in den Reisekosten bemerkbar: 22 Prozent der Befragten geben jährlich mehr als 36.000 Euro für Geschäftsreisen aus. Die Aussagekraft dieser Zahl ist aber insofern gering, weil knapp 52 Prozent der Befragten keine Angaben zu ihren Reisekosten machten.

Die Umfrage zeigt, dass die Führungskräfte virtuellen Kollaborations-Tools wie Videokonferenzen grundsätzlich nicht abgeneigt sind: 84 Prozent wollen eher Konferenzen per Video an Stelle von Telefonaten durchführen, wenn man den Kosten- und Zeitfaktor nicht berücksichtigen müsste. 46 Prozent glauben sogar, dass Videokonferenzen genauso förderlich für die Kommunikation und Pflege von Geschäftsbeziehungen sind, wie persönliche Treffen von Angesicht zu Angesicht.

Dass in der Realität dann doch häufig die Entscheidung für die Geschäftsreise fällt, begründen die Befragten meist mit technischen Bedenken: Sie entscheiden sich gegen Videokonferenzen, weil ihnen der Aufwand zu groß erscheint, wegen Problemen bei der Bild- und Tonqualität und Sicherheitsbedenken. Außerdem sei nicht gewährleistet, dass die nötige Technologie auch beim Kunden beziehungsweise Partner verfügbar ist, lautet ein weiterer Einwand.

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