SAP holt auf

Marktübersicht BI-Anbieter

19. November 2004
Von Detlef Scholz
Der Markt für Business Intelligence (BI) gewinnt an Dynamik. Indizien dafür sind Übernahmen von BI-Anbietern im Jahr 2003 und die Hinwendung großer Softwarehäuser wie SAP zu diesem Marktsegment. Das folgt aus einer Analyse des Marktforschers Lünendonk.

Ein intensiver Verdrängungswettbewerb prägt die derzeitige Marktlage. Das zeigt sich sowohl an der Marktkonsolidierung als auch am Preisdruck. Als wichtigster Wettbewerber im deutschen Markt für BI-Standard-Software gilt einer Befragung zufolge Cognos. Hyperion und SAS belegen gemeinsam den zweiten Platz. SAPSAP rangiert an dritter Position vor Business Objects. Vier der als führend eingeschätzten Wettbewerber finden sich auch in dem von Lünendonk erstellten Ranking unter den ersten fünf. Die Erwähnung von SAP zeigt, dass der Branchenriese im Marktsektor BI als starker Wettbewerber wahrgenommen wird. Alles zu SAP auf CIO.de

An der Spitze des deutschen BI-Marktes stehen ausschließlich internationale Firmen mit ihren deutschen Töchtern. Mit deutlichem Vorsprung nimmt SAS Platz eins ein, gefolgt von Business Objects. Platz drei belegt MIS. Das Unternehmen wurde 2003 von der britischen Systems Union übernommen.

Klarer Marktführer im BI-Segment ist SAS Institute.
Klarer Marktführer im BI-Segment ist SAS Institute.

Das Wachstum der BI-Anbieter Business Objects und Hyperion (Platz 5) basiert im Wesentlichen auf der Übernahme anderer BI-Firmen im vergangenen Jahr. Ab dem Ranglisten-Sechsten Arcplan beginnt sich der Markt zu teilen. Arcplan erwirtschaftete 2003 einen Umsatz von 18 Millionen Euro. Alle darauf folgenden Unternehmen weisen nur Umsatzerlöse im einstelligen Millionenbereich auf.

Das Mittelfeld der Rangliste umfasst etwa zehn Firmen mit Einnahmen zwischen drei und neun Millionen Euro 2003. Hier ist laut Lünendonk noch Platz für Nischen- und Spezialanbieter. Wie so viele IT- und Service-Märkte teilt sich der BI-Markt zunehmend in zwei Segmente auf: Im einen die großen, häufig internationalen Konzerne, im anderen die eher kleineren Spezialisten. Mittelgroße Firmen geraten zunehmend unter Druck: Entweder sie akquirieren kleinere Anbieter oder sie werden selber übernommen.

BI noch nicht klar definiert

Das BI-Marktpotenzial entwickelt sich laut den Analysten kontinuierlich. Dafür sorgen zahlreiche Unternehmen, die nicht hauptsächlich BI-Standard-Software im Portefeuille haben, jedoch nennenswerte Umsätze damit erzielen. Zudem treiben gesetzliche Maßnahmen wie Basel II und Sarbanes Oxley die Nachfrage nach BI-Produkten und -Services an.