Welche IT-Projekte CIOs forcieren

Massiver Umbau der IT geplant

11. August 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Vor allem bei den Applikationen planen Unternehmen weitreichende Restrukturierungen. Wie Forrester herausfand, scheint sich der Umbau vor allem in Richtung Geschäftsprozess-Orientierung zu bewegen - was die Gefahr neuer Silos in sich birgt.
Restrukturierung ist längst Mainstream: Innerhalb der nächsten drei Jahre wollen die meisten ans Werk gehen.
Restrukturierung ist längst Mainstream: Innerhalb der nächsten drei Jahre wollen die meisten ans Werk gehen.

In der IT steht eine massive Restrukturierungswelle bevor. Mehr als die Hälfte der CIOs kündigte in einer Forrester-Befragung an, innerhalb der kommenden drei Jahre durch einschneidende Veränderungen die Services verbessern, die Kosten senken und eine größere Konsistenz von Prozessen und Systemen erreichen zu wollen. Weit oben auf der Agenda steht dabei zumeist die Optimierung im Bereich der Applikationen. 43 Prozent der Befragten nannten aber auch InnovationInnovation als hohe oder höchste Priorität. „Ein erfrischend hoher Anteil“, wie Marc Cecere, Autor der Studie, findet. Alles zu Innovation auf CIO.de

Die CIOs befinden sich offensichtlich mitten auf der Suche nach neuen IT-Modellen, die den seit Ausbruch der Krise gewachsenen Ansprüchen genügen. Wer mit weniger Geld die Leistung im schärfer gewordenen Wettbewerb steigern will, muss andere Wege gehen als die eingelaufenen.

Zum einen zwingt der Druck der nervösen Finanzmärkte – Cecere spricht von einem JoJo-Effekt – und der die regulatorischen Zügel straffenden Regierungen dazu. Zum anderen locken neue und innovative Technologien und Service-Angebote. „Der Appetit auf Restrukturierung ist offensichtlich groß“, stellt der Forrester-Analyst fest. Noch zügeln ihn die IT-Verantwortlich aber: Innerhalb der kommenden zwölf Monaten wollen lediglich 29 Prozent den Schritt sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit wagen. Für den längeren Zeitraum von drei Jahren bejahen dies 52 Prozent. Nur 14 Prozent bewerten die Wahrscheinlichkeit von Restrukturierungen als niedrig oder sehr niedrig.

73 Prozent wollen an die Anwendungen herangehen, 65 Prozent die Infrastruktur anpacken. 57 Prozent denken an strategische Restrukturierungen, etwa im Bereich der Enterprise Architecture, bei der Planung oder im Vendor Management. 49 Prozent wollen auch den Bereich der ProjekteProjekte anfassen. Alles zu Projekte auf CIO.de