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CeBIT als Rahmen

Materna-Gründer nehmen Abschied

17. März 2015
Abschiedsstimmung bei der Materna GmbH, Dortmund: Die Unternehmensgründer Winfried Materna und Helmut an de Meulen ziehen sich zum 1. April in den Beirat zurück.

Mit guten Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 verabschiedeten sich die Gründer des Dortmunder IT-Dienstleisters Materna GmbH, Winfried MaternaWinfried Materna und Helmut an de Meulen, auf der CeBIT nach 35 Jahren aus dem operativen Geschäft. Beide haben knapp die Hälfte ihrer Unternehmensanteile an ihre Nachkommen abgegeben und sorgen so dafür, dass ihr Lebenswerk im Familienbesitz bleibt. An de Meulen und Materna möchten ihre Aktivitäten von April 2015 an auf eine "kontrollierende Rolle" im Beirat beschränken. Profil von Winfried Materna im CIO-Netzwerk

Das neue Materna-Management Helmut Binder (2v.l.) und Ralph Hartwig (2v.r.) flankiert von den Gründern Winfried Materna (links) und Helmut an de Meulen (rechts).
Das neue Materna-Management Helmut Binder (2v.l.) und Ralph Hartwig (2v.r.) flankiert von den Gründern Winfried Materna (links) und Helmut an de Meulen (rechts).

Als neuer Chief Executive Officer (CEO) war schon im Februar 2015 Helmut Binder vorgestellt worden. Er hatte zuvor Führungspositionen bei Rittal, Sony Deutschland und der Deutschen Telekom inne. Ihm zur Seite steht der bisherige Chief Financial Officer (CFO) Ralph Hartwig. Letzterer konnte für 2014 einen Umsatzsprung um 21 Prozent auf 192 Millionen Euro vermelden. In diesem Jahr will die Materna GmbH (Halle 7, C17) erstmals mehr als 200 Millionen Euro einnehmen.

Winfried Materna, 2014 von der COMPUTERWOCHE in die Hall of Fame der wichtigsten IT-Persönlichkeiten in Deutschland aufgenommen, hat nicht nur 35 Jahre als Geschäftsführer, sondern auch mehr als 30 Jahre CeBIT "in den Knochen". Anlässlich der aktuellen Messe blickte er zurück und erinnerte unter anderem an ein Ereignis, dass 1986 die Messe erschüttert hatte: den plötzliche Tod des damaligen Branchenstars Heinz Nixdorf, der am 17. März auf der CeBIT einem Herzinfarkt erlegen war (siehe auch die Geschichte der CeBIT, multimedial erzählt).

Drei Umsatzquellen

Doch auf der CeBIT-Pressekonferenz richtete sich der Blick vor allem nach vorne. Die Materna GmbH geht nicht nur mit einem neuen Management, sondern auch mit einer veränderten Ausrichtung nach Geschäftsfeldern (Business Lines) in die Zukunft. Für Umsatz sollen künftig die drei Bereiche GovernmentGovernment, Digital Enterprise und IT-Factory sorgen. Alles zu Government auf CIO.de

Im Bereich E-Government seien zumindest auf Bundesebene durch das E-Government-Gesetz stabilere Strukturen geschaffen worden, sagte Materna - auch wenn die Fortschritte auf Länderebene noch auf sich warten ließen. Am weitesten sei hier der Freistaat Sachsen, der als einziges Bundesland ebenfalls ein E-Government-Gesetz habe und sich damit in der Weiterentwicklung verbindlichen Zielen verpflichte. Insgesamt fehle es in Deutschland aber an einer "beschleunigten Implementierung", weil dafür generell zu wenig Budget bereitgestellt werde und es auch am "Verständnis" bei den Verantwortlichen fehle.

Auch Materna setzt auf digital Transformation

Die digitale Transformation von Unterneehmen ist die zweite große Baustelle, der sich Materna ohnehin schon seit langem widmet. Das Engagement konzentriert sich hier auf die Fachbereiche Sales und Marketing, die Personalabteilungen und auf Kundendienst- und Service-Prozesse. Als Kunden wurden unter anderem die Deutsche Post DHL und die Otto Group, MAN, Claas und Vodafone genannt.

Der Automatisierung großer IT-Abteilungen durch IT Service Management (ITSM) widmet sich schließlich der dritte Geschäftsbereich. Ein Schwerpunkt hier liegt auf der Einrichtung von Servicekatalogen (siehe auch "Service wie bei Amazon One Click", Interview mit W. Materna). Materna bedient sich dabei auch der großen ITSM-Suiten, unter anderem von BMC und Hewlett-Packard sowie von Newcomern wie ServiceNow. Es gelte, einen hohen Industrialisierungsgrad in der IT zu erreichen, damit IT-Services schnell aufgesetzt werden könnten, hieß es. Das sei eine Voraussetzung für das Gelingen der digitalen Transformation.

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