Frust mit fragmentierten Kommunikations-Systemen

Medienbrüche kosten Millionen

29. Oktober 2007
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Trotz aller technologischen Fortschritte, die die Kommunikations-Technologie in den letzten Jahren gemacht hat - oder vielleicht gerade deswegen - sind die meisten Unternehmen noch meilenweit von einheitlichen Kommunikations-Strukturen entfernt. Das gilt sowohl intern als auch für die Kommunikation zum Kunden. Zu diesem Ergebnis kommen die kanadischen Marktforscher von Insignia Research in einer von Siemens Enterprise Communications beauftragten Studie.
Fast alle Mitarbeiter vertrödeln wertvolle Arbeitszeit, weil sie aufgrund nicht integrierter Kommunikations-System auf wichtige Informationen warten müssen.
Fast alle Mitarbeiter vertrödeln wertvolle Arbeitszeit, weil sie aufgrund nicht integrierter Kommunikations-System auf wichtige Informationen warten müssen.

Dass effiziente Kommunikations-Strukturen für reibungslose Geschäftsabläufe sorgen, ist eine Binsenweisheit. Jedoch sind veraltete Kommunikations-Lösungen und resultierend daraus fragmentierte Kommunikations-Abläufe nach wie vor Alltag in Unternehmen. Kommunikations-Brüche in den Geschäftsprozessen sind jedoch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

Warten verursacht Produktivitäts-Verluste

94 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Durchschnitt 5,3 Stunden pro Woche auf Informationen von Anderen warten, um bestimmte Aufgaben erledigen zu können. Hochgerechnet auf ein Unternehmen mit 1.000 Beschäftigten kann dies zu Produktivitäts-Verlusten in Höhe von jährlich mehr als neun Millionen US-Dollar führen. Die Marktforscher legten bei ihren Berechnungen einen mittleren Stundensatz von 37 Dollar zugrunde.

Vor allem mobile Mitarbeiter leiden unter Medienbrüchen, die durch ineffektive Kommunikations-Systeme verursacht werden. Da ihnen unterwegs die aus dem Büro vertrauten Kommunikations-Werkzeuge fehlen, verlieren sie dadurch fast einen ganzen Arbeitstag im Monat. Die zusätzlichen Kosten, die einem Unternehmen dadurch entstehen, schätzen die Marktforscher auf rund drei Millionen Dollar per annum.

Schlechte Kommunikation, unzufriedene Kunden

Ineffektive oder fehlende Kommunikations-Systeme ziehen überdies unnötige Geschäftsreisen für team-interne Abstimmungen oder Besprechungen mit Kunden nach sich. Pro Mitarbeiter sollen hier mindestens 3.400 Dollar im Jahr zusammenkommen. Hochgerechnet belaufen sich die Mehrkosten für Unternehmen im Durchschnitt auf mehr als 3,4 Millionen Dollar per annum.

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