Arbeitsleben

Meditieren gegen Bürokrankheiten

27.08.2013
Von Ferdinand Knauß

Dazu gehört aber auch, dass die Güte-Gedanken sich erweitern: In der ersten Woche denkt man nur an sich selbst, in der zweiten Woche wünscht man da Glück auch geliebten Menschen, in der dritten Woche allen Bekannten, in der vierten Woche auch Fremden und ab der fünften allen Menschen.

Mehr positive und weniger negative Gefühle

Fredrickson verglich die beobachteten Meditierer mit einer anderen Gruppe, die so lange auf ihr Training warten mussten wie die anderen übten. Die Trainierten berichteten im Rahmen der Studie in einem Onlinetagebuch täglich über ihre positiven und negativen Gefühle - und über die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen mit anderen.

Außerdem maßen Fredrickson und Kollegen vor und nach den Meditationssitzungen die Aktivität des Vagusnervs. Dieser gehört zum vegetativen Nervensystem und ist aktiv, wenn das Herz oder der Bauchraum entspannen. Fredrickson nimmt eine höhere Aktivität dieses Nervs als Marker für die Gesundheit an.

Am Ende des Versuchs nach sechs Wochen berichteten Fredrickson zufolge die Meditierer über deutlich mehr Freude, Hoffnung, Dankbarkeit und Liebe und weniger negative Gefühle als eine Vergleichsgruppe. Die guten Gefühle gingen damit einher, dass die Beziehungen zu anderen Menschen als enger und besser empfunden wurden. Und die Aktivität des Vagusnervs war höher als in der Vergleichsgruppe. Wer schon vorher eine hohe Vagus-Aktivität zeigte, profitierte besonders von der Meditation. Fredrickson will damit bewiesen haben, dass der Zustand des Vagusnervs nicht angeboren ist, sondern beeinflusst werden kann.

Das Fazit der meditationsfreudigen Psychologen nach "Wirtschaftspsychologie aktuell": "Regelmäßig kultivierte gute Gefühle sind geradezu ein Nährstoff für den Körper, stärken das Miteinander und verbessern die vegetative Gesundheit, was dazu führt, dass Menschen noch mehr auf freudvolle Momente und gute Beziehungen achten."

(Quelle: Wirtschaftswoche)

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