Unternehmen verbessern ihr Enterprise Performance Management

Mehr auf die Stakeholder achten

28. Januar 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Eine von Oracle beauftragte EPM-Studie attestiert den Unternehmen gute Fortschritte. Es gibt aber noch jede Menge zu tun. Zum Beispiel sollten Firmen besser auf die Bedürfnisse von Investoren, Kunden und Mitarbeitern eingehen.

Eine beachtliche Steigerung um 38 Prozent innerhalb eines Jahres konstatiert der vom Quocirca ermittelte OracleOracle EPM Index. Alles in allem erreichen die Unternehmen in Europa und Nordamerika auf einer Skala von 0 bis 10 inzwischen einen Mittelwert von 7,04 Vor einem Jahr lag der Wert noch bei sehr ausbaufähigen 5,13 Punkten. Offenbar ließ der Spardruck in den Finanzabteilungen den Firmen gar keine andere Wahl, als ins Enterprise Performance ManagementPerformance Management (EPM) zu investieren. Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu Performance Management auf CIO.de

„Die Finanzabteilungen haben 2009 damit verbracht, brüchig gewordene Prozesse zu reparieren und Informationslecks zu stopfen“, sagt Frank Buytendijk, Vice President bei Oracle. Die Unternehmen hätten mittlerweile besser begriffen, dass Schlüsselprozesse der Management-Performance integriert werden müssen.

Mit anderen Worten sind die Unternehmen bei der Suche nach Effizienz-Potenzialen auf mangelhafte Integration und schlechten Informationsaustausch zwischen den Kernfunktionen im Business gestoßen. Denn darum geht es ja letztlich bei EPM: um eine ganzheitliche Sicht auf die sechs sich gegenseitig fördernden oder hemmenden Faktoren Stakeholder-Umfeld, Marktmodell, Geschäftsmodell, Business-Plan, Business-Operationen und Ergebnisse.

Der Bedarf für eine konsolidierte Sicht auf die eigene Performance ist erkennbar gestiegen. Noch hinkt das Sein aber dem Bewusstsein merklich hinterher. Der verbesserte Index-Wert resultiert zuvorderst aus der Zuversicht, die Herausforderung gemeistert zu haben und künftig für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Erledigt ist die Aufgabe damit jedoch keineswegs. Auffällig an der Umfrage unter insgesamt 800 Entscheidern sei vor allem das schnelle Wachsen der Einsicht, dass die sechs genannten Bereiche besser miteinander verzahnt werden müssten, berichtet Clive Longbottom, Forschungsdirektor bei Quocirca.

Fortschritte in allen Bereichen: Das Fazit des Oracle EPM Index fällt rundum gut aus.
Fortschritte in allen Bereichen: Das Fazit des Oracle EPM Index fällt rundum gut aus.

"Aber auf der jetzigen Stufe fehlt es oft noch an den Voraussetzungen für ein Gelingen", so Longbottom. Es gibt somit einiges zu tun. Die Tools seien verfügbar, sagt der Analyst von Quocirca. Jetzt müssten die Unternehmen aber weiter zugreifen, um ihre EPM-Prozesse wirklich zu vereinheitlichen.

Schnellere Antworten auf Martkveränderungen

Die harten Zahlen erhärten diese These. Ein Drittel der Befragten sagt inzwischen, dass die sechs Prozesse einen integrierten Ansatz benötigen. Vor einem Jahr war es lediglich ein Fünftel. Fast verschwunden sind Firmen, die eine isolierte Betrachtung für ausreichend halten. Weniger als fünf Prozent sind es heute, mehr als ein Viertel waren es vor einem Jahr.

Von den einzelnen Feldern gab es hinsichtlich strategischer Planung und ReportingReporting die größten Verbesserungen bei Business-Plan (44 Prozent) und Marktmodell (40 Prozent). Es gelingt den Unternehmen also immer besser, einerseits auf veränderte Umstände und Marktbedingungen zu reagieren, andererseits ihre Position im Markt in vollem Umfang zu bestimmen und auszunutzen. Alles zu Reporting auf CIO.de

Nachholbedarf besteht indes vor allem da, wo es außerhalb der eigenen vier Wände Entwicklungen zu beobachten gilt. „Der Blick in den Finanzabteilungen richtet sich immer noch sehr auf die internen Business-Angelegenheit“, so Buytendijk. Für nachhaltigen Erfolg sei es aber entscheidend, den Erwartungen der Stakeholder gerecht zu werden. Noch schaffen es viele Firmen nicht erfolgreich genug, die eigene Strategie mit den Interessen von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Investoren und Behörden abzustimmen. Buytendijk nennt hier neben Frankreich ausdrücklich Deutschland als Positivbeispiel. Weil in diesen beiden Ländern mehr als anderswo auf die Stakeholder geachtet werde, konnte dort der größte Fortschritt bei der Management Excellence festgestellt werden.

In der Krise haben die Entscheider auch gelernt, ihre treuen Kunden zu schätzen. Es werde weniger in riskante Aktivitäten wie das Vermarkten neuer Produkte investiert, dafür mehr in die Pflege bestehender Kundenbeziehungen, so Buytendijk. Ferner haben mittlerweile fast alle die Bedeutung von Business IntelligenceBusiness Intelligence (BI) als entscheidendes Reporting Tool erkannt. Als überteuert und nutzlos verdammen nur noch zwölf Prozent der Befragten BI-Tools; vor einem Jahr waren das geschlagene 40 Prozent. Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

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