Flexible Arbeitszeit-Modelle

Mehr Gleitzeit, weniger Geld

03. August 2009
Von Nicolas Zeitler
Für flexible Arbeitzeit-Modelle würden europäische Angestellte im Durchschnitt elf Prozent ihres Gehalts opfern. Gleitzeit macht sie nach eigener Aussage zufriedener.

Seine Arbeitszeit zumindest teilweise frei einteilen zu können, liegt in Europa und Russland im Trend. Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten laut einer Umfrage des Kommunikations-Anbieters Avaya schon heute flexibel. In Deutschland sind es mit 72 Prozent überdurchschnittlich viele - übertroffen nur noch von Russland, wo 84 Prozent Gleitarbeitszeiten haben.

Die Studie "Flexible Arbeitszeit 2009", die die Marktforscher von Dynamic Markets für Avaya erstellt haben, vergleicht neben Deutschland und Russland auch die Lage in Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Mehr als 3500 Arbeitnehmer aus den sechs Ländern wurden befragt. Unter dem Stichwort Flexibilität werden in der Umfrage sowohl flexible Arbeitszeiten abgehandelt als auch die Möglichkeit, statt im Büro von Zuhause aus zu arbeiten.

Die große Mehrzahl der Befragten glaubt, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen entstünden neue Stellen oder ehemalige Mitarbeiter könnten leichter wieder eingegliedert werden. Besonders hoch ist der Anteil derer, die dieser Aussage zustimmen, unter Arbeitnehmern, die bereits flexibel arbeiten, zum Beispiel Eltern oder Menschen in Altersteilzeit.

Würde per Gesetz ein Recht auf flexible Arbeitszeiten für alle eingeführt, würden 61 Prozent der Befragten in den sechs Ländern darauf bestehen, an dem Modell teilzunehmen. Deutsche sind in diesem Punkt vergleichsweise zurückhaltend. Von ihnen sagten 46 Prozent, sie würden das Recht einfordern, 29 Prozent wäre es egal. Am meisten Fürsprecher fände ein solches Gesetz in Russland, wo 78 Prozent die Regelung in Anspruch nehmen würden.