WLAN-Studie Berlecon Research

Mehr Nutzer, aber kaum Business-Kunden

17. Juli 2003
In zwei Jahren werden mehr als doppelt so viele Menschen Wireless-LAN nutzen. Die Funk-Technik rechnet sich für die Anbieter aber vornehmlich im privaten Bereich. Auf Business-Kunden ausgerichtete Geschäftsmodelle sind selten profitabel.

Laut einer heute in Berlin veröffentlichten Studie von Berlecon Research werden in 2005 1,2 Millionen Kunden häufig Public WLANWLAN nutzen. Überwiegend auf Business-Kunden ausgerichtete Geschäftsmodelle und Marketingstrategien werden aber lediglich für einige wenige Akteure profitabel sein. Nur Angebote, die das große Potenzial der privaten Nutzer ausschöpfen, können den Nischenmarkt in einen Massenmarkt verwandeln. Große Telekommunikationsunternehmen haben die besten Voraussetzungen, den Consumer-Bereich anzusprechen und werden langfristig den Markt dominieren. Alles zu WLAN auf CIO.de

Für die Studie "Marktanalyse Public Wireless LAN - Die Zukunft des Hotspot-Marktes in Deutschland" hat Berlecon Research im Juni diesen Jahres 1.000 Internetnutzer zur Verbreitung von WLAN-fähigen Endgeräten und zur Nutzung von PWLAN Hotspots befragt. Nach der repräsentativen Erhebung verfügen derzeit 4,6 Millionen Internetnutzer über WLAN-fähige Laptops, wovon 0,5 Millionen häufig und weitere 0,8 Millionen gelegentlich an Hotspots drahtlos ins Web gehen. Auf dieser Basis rechnet Berlecon Research bis zum Jahr 2005 mit knapp 1,2 Millionen häufigen und 2 Millionen Gelegenheitsnutzern.

Hotspot-Nutzer
Hotspot-Nutzer

Laut Berlecon Research sind das aber insgesamt nur gut ein Drittel aller potenziellen Nutzer. Die Berliner Wirtschaftsforscher empfehlen den Akteuren im Public-WLAN-Markt, das Potenzial der privaten Kunden auf keinen Fall zu unterschätzen: "Eine einseitige Ausrichtung auf Geschäftskunden ist zwar ein profitables Modell, kann aber letztendlich nur sehr wenige und vergleichsweise kleine Akteure ernähren", warnt die Senior Analystin Nicole Dufft. "Denn von den in 2005 erwarteten 9 Millionen Nutzern WLAN-fähiger Notebooks sind nur 1,4 Millionen rein geschäftliche Anwender. Will man das gesamte Potenzial ausschöpfen, müssen also Wege gefunden werden, auch die große Anzahl der Privatkunden ins Boot zu holen. Die Marketing- und Produktstrategen werden nicht umhinkönnen, sich stärker an den Bedürfnissen und vor allem an der Zahlungsbereitschaft der privaten Nutzer zu orientieren und diese vom Mehrwert der Hotspots zu überzeugen."

Dies können momentan die großen Mobilfunkanbieter und Internet Services Provider am besten leisten, da sie über die notwendige Infrastruktur und einen etablierten Markennamen verfügen. Gerade diese Anbieter haben gute Chancen, PWLAN als Massenmarkt zu erschließen. Allerdings wird das derzeit von vielen Akteuren am Markt verfolgte Modell, sowohl als Provider mit eigenen Endkundenbeziehungen als auch als Betreiber mit eigenem Hotspot-Netz aufzutreten, auf Dauer kaum überlebensfähig sein. Vielmehr werden sich die Akteure entweder auf die Kundenansprache und Endkundenbeziehung oder auf den Aufbau und Betrieb von Hotspot-Netzen konzentrieren. Die Provider können dann über Verträge mit den PWLAN-Betreibern an jedem Hotspot präsent sein.

Die aktuelle "Marktanalyse Public Wireless LAN - Die Zukunft des Hotspot-Marktes in Deutschland" liefert konkrete Zahlen zur Nachfrage und Nutzung von PWLANs von 2003 bis 2005. Die Studie bewertet die Anbieterstrategien und diskutiert das Verhältnis zwischen PWLAN und Mobilfunktechnologien wie UMTS und GPRS. Neben zahlreichen Praxisbeispielen nennt die Studie Erfolgsfaktoren und gibt Location-Besitzern sowie Hotspot-Betreibern und -Providern Empfehlungen für erfolgreiche Positionierungsstrategien. Eine Übersicht über rund 80 Dienstleister am deutschen Markt ergänzt die strategische Analyse.

Pressekontakt:
Berlecon Research GmbH
Karen Manzano
Tel: +49 30 285296-11
Fax: +49 30 285296-29
E-Mail: km@berlecon.de

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