Konzernumbau fortgeschritten

Metro kämpft mit Preissenkungen um Kunden

01. August 2013
Der Preiskampf bei Unterhaltungselektronik geht weiter. Europas Marktführer Media-Saturn hat erneut den Rotstift bei zahlreichen Produkten angesetzt und gewinnt damit zusätzliche Marktanteile.

Der Handelsriese Metro kämpft mit weiteren Preissenkungen bei Unterhaltungselektronik und Lebensmitteln aggressiv um die Gunst der Kunden. Der Konzern hielt im ersten Halbjahr 2013 seinen Umsatz in den fortlaufenden Geschäften stabil. Daran hatten Media Markt und Saturn großen Anteil, deren Kassen etwas kräftiger klingelten als vor einem Jahr, obwohl damals die Fußball-EM und digitale Satellitentechnik deutlichen Rückenwind brachten. Der operative Verlust von Media-Saturn stieg jedoch - auch weil die IndustrieIndustrie weniger Zuschüsse für Werbekosten zahlte. Der Metro-Konzern insgesamt erzielte im ersten Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis nach einem Verlust von 105 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Top-Firmen der Branche Industrie

"Die verfügbaren Einkommen und die Kaufkraft unserer Kunden waren nahezu überall in Europa durch staatliche Sparmaßnahmen weiterhin belastet", erklärte Metro-Chef Olaf Koch bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen am Donnerstag. Der Düsseldorfer Konzern habe dennoch wesentliche Fortschritte beim Ausbau des Online-Geschäftes und bei seinem Konzernumbau gemacht. Koch bekräftigte seine Prognose für das bis Ende September reichende Rumpfgeschäftsjahr. Bereinigt um den Verkauf von Konzernteilen wird ein moderates Umsatzwachstum erwartet. Auch das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll dank höherer Erträge aus Immobilienverkäufen zunehmen.

Im ersten Halbjahr 2013 sank der Konzernumsatz um 2,3 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro. Bereinigt um den Verkauf von Real Osteuropa, die Abgabe des Großhandels in Großbritannien und den Rückzug von Media Markt aus China blieb der Umsatz aber konstant. Der Großhandel und der Immobilienbereich steigerten ihre operativen Gewinne. Die Supermarktkette Real, die unter Warnstreiks in Deutschland litt und Preise senkte, steigerte ihren operativen Gewinn nur dank positiver Effekte aus dem Verkauf des Osteuropageschäftes. Dagegen stieg bei Media-Saturn der operative Halbjahresverlust um fast ein Drittel auf 104 Millionen Euro. Auch bei Kaufhof wuchs der operative Verlust, weil die Warenhauskette Vorsorge für drei Filialschließungen traf.

Die künftigen Geschäftsjahre der Metro AG werden jeweils am 1. Oktober beginnen. Damit steht das wichtige Weihnachtsgeschäft, in dem der Handelsriese den Großteil seiner Gewinne einfährt, am Anfang. Der Vorstand erhofft sich von dieser Umstellung eine bessere Planbarkeit. Außerdem fallen Inventuren dann nicht mehr im Weihnachtstrubel an. (dpa/rs)

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Branche: Industrie

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