Cloud-Computing-Preismodelle

Microsoft Office 365 startet

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Microsoft reagiert mit der Cloud-Lösung Office 365 auf die steigende Nachfrage nach SaaS-Lösungen. Das komplizierte Preismodell könnte sich zu einem Stolperstein entwickeln.

Kürzlich ist der Online-Dienst Office 365 nach einer halbjährigen Private Beta-Phase, an der nur ausgewählte Nutzer teilgenommen haben, in den Public Beta-Status gewechselt. Damit steht der Zugang jetzt privaten und Unternehmensanwendern in 38 Ländern und 17 Sprachen offen. Office 365 verbindet die MicrosoftMicrosoft Office Umgebung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Online-Dienste für Kommunikation und Kolloboration. Dazu gehören neben dem klassischen Office-Applikation wie Word, Excel, Powerpoint und Outlook auch Exchange Online, SharePoint Online und die UCC-Lösung (Unified Communication and CollaborationCollaboration) Lync Online. Alles zu Collaboration auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de

„Office 365 in vielerlei Hinsicht die erste richtige Cloud-Kollaborationslösung von Microsoft“, sagt Axel Oppermann, Senior Advisor bei der Experton Group, „es wurde dezidiert für die Cloud konzipiert und verbindet die Microsoft Kommunikations- und Collaboration-Services in einer integrierten Anwendung, die auf den aktuellen 2010er Produktgenerationen basiert.“ Für den Experton-Analysten gehe die neue Office-Lösung aus der Cloud mit den Bestrebungen von Microsoft einher, sich nachhaltig als „Cloud-Company“ zu positionieren. Allein in Deutschland investiere der Software-Gigant über 100 Millionen Euro in die „Go Cloud“-Initiative.

Axel Oppermann, Senior Advisor bei der Experton Group: "Office 365 ist die erste richtige Cloud-Kollaborationslösung von Microsoft."
Axel Oppermann, Senior Advisor bei der Experton Group: "Office 365 ist die erste richtige Cloud-Kollaborationslösung von Microsoft."
Foto: Experton Group AG

Dem Office 365 Vorgänger BPOS (Business Productivity Online Suite) stellt der Experton-Mann schlechtere Noten aus: “Die BPOS zugrundeliegende Technologie beziehungsweise Produkte wurden nie unter der Prämisse entwickelt, als Cloud-Lösung bereitgestellt zu werden“, sagt Oppermann. Vielmehr wurde das Produktbündel als Kontrapunkt zu den Aktivitäten von GoogleGoogle in den Markt getragen. Denn zu jener Zeit – in den Jahren 2007/2008 – sei Microsoft noch auf das „klassische“ Softwaregeschäft fokussiert gewesen, der Schwenk zur „Cloud-Company“ war seinerzeit noch nicht in Sicht. „Das - durchaus erfolgreiche - BPOS war anfangs ein halbgares Angebot; es gab große Funktionsunterschiede zwischen den On-premise- und Cloud-Varianten, schlechte, eingeschränkte Administrierbarkeit sowie teilweise schwache Interaktion mit dem Anwender und Administrator“, blickt Oppermann zurück. Bei Office 365 seien diese Schwächen jedoch weitgehend behoben: „Anwender, Administratoren und Entwickler können aber unter Office 365 von völlig neuen Voraussetzungen ausgehen.“ Alles zu Google auf CIO.de

Fast die Hälfte der Unternehmen kann sich mit dem Gedanke anfreunden, eine Cloud-basierte Office- und Kollaborationslösung einzusetzen.
Fast die Hälfte der Unternehmen kann sich mit dem Gedanke anfreunden, eine Cloud-basierte Office- und Kollaborationslösung einzusetzen.
Foto: Experton Group

Nach Angaben von Microsoft nutzen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen die begrenzte Beta-Phase von Office 365. „70 Prozent der Betriebe, die sich für den Beta-Test angemeldet haben, hatten nicht mehr als 25 Beschäftigte“, sagt Oliver Gronau, Direktor Business Group Information Worker bei der Microsoft Deutschland. „Offensichtlich treffen wir mit Office 365 den Nerv der ‚Kleinen‘. Sie verfügen über den vollen Leistungsumfang professioneller Lösungen, ohne sich mit einer komplizierten Infrastruktur zu belasten.“