Fünf von sechs Unternehmen fallen bei Umfrage durch

Miese Qualität bei Stammdaten

22. Dezember 2008
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Die Stammdaten deutscher Unternehmen strotzen voller Fehler. Nur bei jeder sechsten Firma ist die Qualität noch einigermaßen ausreichend.

Fünf von sechs Unternehmen weisen bei ihren Stammdaten eine Fehlerquote von über zehn Prozent auf. Bei jedem zehnten liegt sie aufgrund von Dubletten, fehlerhaften Klassifikationen oder unverständlichen Materialtexten sogar bei über 30 Prozent. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Erhebung des Datenqualitätsexperten Omikron Data Quality aus Pforzheim.

Hauptursache ist, dass Prozesse und Regeln zur Stammdaten-Pflege nicht im erforderlichen Maß definiert sind. Das Problem besteht bei zwei Dritteln der befragten Firmen. Ähnlich sieht es bei der Verantwortung aus. Sie ist fast genauso oft nicht klar bestimmt.

In drei von fünf Fällen fehlt außerdem eine Software-Lösung, die für eine automatisierte Datenpflege sorgt. 57 Prozent der Unternehmen klagen zudem über eine unzureichende Sensibilität für die Qualitätserfordernisse beim Management von Stammdaten. Aber auch fehlende Ressourcen und zu viele Datenquellen führen bei der Hälfte der Befragten zu den Problemen bei.

Karl-Heinz Diekmann von der Mainzer Beratungsgesellschaft Gicom Quality Management sieht dringenden Handlungsbedarf: "Das Thema ist viel zu lang stiefmütterlich behandelt worden." Er sieht die Probleme im Zusammenhang mit den Veränderungen bei der technischen Infrastruktur, die in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden. "Die vermehrte Einführung von Standard-Software hat zwar zu guten Prozesslösungen geführt, häufig allerdings auf Kosten der Stammdaten", so der Berater. Das sei oft unberücksichtigt geblieben.