Mehr Stress, weniger Geld

Miese Stimmung wegen Arbeitsbedingungen

20. Dezember 2010
Von Alexander Galdy
Jeder dritte Angestellte ist mit seinen Arbeitsbedingungen unzufrieden. Nur halb so viele empfinden ihre Arbeit als nicht belastend. Das zeigt eine DGB-Umfrage.
Der DGB-Index 2010 zeigt, dass immer noch viel Arbeitnehmer mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden sind.
Der DGB-Index 2010 zeigt, dass immer noch viel Arbeitnehmer mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden sind.
Foto: DGB

Arbeitnehmer empfinden die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, als ähnlich unbefriedigend wie vor einem Jahr. Das hat eine Befragung des DGB ergeben. Nach Einschätzung der Angestellten liegt die Arbeitsqualität bei einem Wert von 59 Indexpunkten und damit im unteren Mittelfeld. 2009 lag der Wert bei 58 Indexpunkten. Diese konstanten Werte deuten darauf hin, dass sich die Beschäftigten in ihrem Urteil über ihre Arbeitsbedingungen sehr sicher sind. Das ist das Ergebnis des DGB-Index „Gute Arbeit“. Dabei wurden 4150 Beschäftigte aller Branchen, Einkommensgruppen, Regionen, Betriebsgrößen, Berufsgruppen und Beschäftigungsverhältnisse befragt.

Besonders Beschäftigte der Metallindustrie waren von krisenbedingten Veränderungen betroffen.
Besonders Beschäftigte der Metallindustrie waren von krisenbedingten Veränderungen betroffen.
Foto: DGB

Im Jahr 2010 gibt es mehr als doppelt so viele Beschäftigte, die unter schlechten Bedingungen zu arbeiten haben, wie Arbeitnehmer, die in den Genuss guter Arbeit kommen. Gute Arbeit ist definiert als Tätigkeit, die als nicht belastend empfunden wird. Im Vergleich zu 2009 ist ihr Anteil mit 15 Prozent leicht gestiegen, der Anteil mittelmäßiger Arbeit hat sich dafür mit 52 Prozent etwas verringert. Der Anteil schlechter Arbeit ist allerdings konstant hoch geblieben.

Die Gründe für eine schlechte Arbeitssituation sind vielfältig. In erster Linie liegt das an den unzureichenden Einkommensbedingungen. So hat die Studie ergeben, dass die am schlechtesten Bezahlten auch die schlechtesten Arbeitsbedingungen haben. Vollzeitbeschäftigte mit einem Bruttoeinkommen bis 1500 Euro im Monat kommen auf 53 Index-Punkte und haben damit den niedrigsten Wert. Beschäftigte mit mehr als 3000 Euro Brutto erreichen 66 Punkte und damit die höchste Punktzahl.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat zu großen Veränderungen in der Arbeitsgestaltung geführt, so die Untersuchung. So haben nur 36 Prozent in ihren Betrieben keine Krisenwirkungen feststellen können. Fast zwei Drittel berichten, dass es in ihrem Betrieb Veränderungen in Folge der Krise gegeben habe. 46 Prozent waren persönlich mit diesen betrieblichen Krisenreaktionen konfrontiert und 41 Prozent haben sich in den vergangenen Monaten aufgrund der Krise unter Druck gesetzt gefühlt.

Zur Startseite